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Jerusalem im Zeichen des RegenbogensTrotz vereinzelter Versuche von Seiten ultra-othodoxer Juden, die erste Schwulen- und Lesben-Parade in Israels Hauptstadt zu stören, wurde der homosexuelle Bürgerrechtsmarsch zu einem Erfolg. Etwa 6000 Menschen beteiligten sich laut Angaben der Organisatoren an der bunten Parade. Mehrere Dutzend ultra-orthodoxe versammelten sich nahe dem Stadtzentrum zu einem Protest gegen die Veranstaltung. Sie wurden von Polizeikräften allerdings daran gehindert, sich in Richtung der CSD-Parade in Marsch zu setzen. Zusätzliche Polizeistreitkräfte wurden zudem mobilisiert, nachdem Warnungen vor möglichen Anschlägen radikal-islamischer Terrorgruppen bekannt wurden. Israel ist das einzige Land des Nahen Ostens, in dem Schwulen- und Lesben-Paraden organisiert werden. Der CSD (Christopher-Street-Day) wird seit den 70-er Jahren weltweit von homosexuellen und bisexuellen Bürgern gefeiert. Damit gedenkt die Gemeinschaft dem Aufstand von Lesben und Schwulen gegen Diskriminierung in der New Yorker Christopher-Street 1969 - dieses Ereignis markiert auch die Geburtsstunde der modernen schwul-lesbischen Bürgerrechtsbewegung. "Liebe ohne Grenzen" Das Motto der Parade "Liebe ohne Grenzen" stieß anscheinen in der geteilten Stadt - Juden Araber, Religiöse und Säkulare - auf große Resonanz. Die Paradeteilnehmer schwangen Regenbogenfahnen (Fahne der Schwulen- und Lesbenbewegung), israelische Fahnen und unzählige bunte Luftballons. Die Stimmung des ersten CSD in Jerusalem war feierlich, aber auch gedämpfter als in der Partymetropole Tel Aviv, in der jedes Jahr mehrere Zehntausend Menschen an der traditionellen Schwulen- und Lesbenparade teilnehmen. "Dies ist der erste CSD in Jerusalem, der Hauptstadt Israels. Uns ist es egal was die Leute über uns sagen. Sie hetzen aus Angst und Ignoranz", sagt Liad Geller, ein 24-jähriger Sicherheitsbeamter des Flughafens auf die Frage hin, was er von den Protesten der Ultraorthodoxen halte. Die meisten Zuschauer allerdings begrüßten die Parade. "Es ist toll. Ein bisschen Liberalismus in Jerusalem", sagt Ruben Salamon, ein 47-jähriger Ladeninhaber. Einer der Organisatoren sagte, dass der CSD einer der ersten Versuche ist, Juden und Araber in der Stadt zusammen zu bringen: "Die Menschen möchten zusammenleben, ohne Hass und Angst - Homo, Hetero, Palästinenser, Israelis, Muslime und Juden. Wir Schwule und Lesben kommen aus all diesen Gruppen und durchbrechen diese Schranken auf eine direkte und ehrliche Art und Weise." Jerusalem im Zeichen des Regenbogen Doch nur sehr wenige Palästinenser beteiligten sich an der Parade, was mit dem großen Tabu erklärt werden dürfte, mit dem Homosexualität in der palästinensischen Gesellschaft belegt ist. "Ich habe das Gefühl jeden einzelnen Schwulen und jede einzelne Lesbe mitzuvertreten, welche sich weiterhin verstecken", sagt der 24-jährige palästinensische Teilnehmer Haneen Maikey. Die Stadt Jerusalem, welche sich zuerst wegen "Geldmangels" geweigert hatte, die Parade finanziell zu unterstützen, wurde vom Obersten Gerichtshof Israels dazu verpflichtet, die Stadt auf eigene Kosten mit Regenbogenflaggen und bunten Luftballons zu beschmücken. Zuvor hatte sich auch Israels Premierminister Ariel Scharon in einem persönlichen Gespräch mit den Organisatoren bereit erklärt, die Parade zu unterstützen. Alles in allem, ein großer Erfolg für die Jerusalemer Schwulen- und Lesben-Community. http://www.nahostfocus.de/ |
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