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Die Blutnacht von HöchstHÖCHST. Am Freitag, dem 8. Mai 2009, jährt sich zum 64. Mal die Befreiung Deutschlands vom Nazifaschismus. An diesem Abend laden der DGB-Ortsverband Unterzent, der DGB Odenwaldkreis, die NaturFreunde Odenwaldkreis und die Initiative "Odenwald gegen Rechts" um 19:30 Uhr in das Bürgerhaus Höchst (Montmelianer Platz) zu einer Informationsveran staltung mit anschließender Diskussionsmöglichkeit ein. Referent und Diskussionspartner ist Wolfgang Stapp (Höchst). Er wird darüber berichten, wie schon 31 Tage nach der Machtübertragung an die Faschisten die organisierte Arbeiterbewegung im Breuberger Land brutal zerschlagen wurde. Am Abend des 2. März 1933 gab es in Höchst einen gewalttätigen Zusammenstoß zwischen SA/SS auf der einen und antifaschistischen Mitgliedern der SPD-nahen Eisernen Front auf der anderen Seite. Der SA-Mann Andreas Weidt und der Höchster SPD- Vorsitzende Wilhelm Fröhlich starben nach einer Schießerei noch in der Nacht bzw. am nächsten Tag. Wie kam es zu der Auseinandersetzung? Welche Seite begann mit den Gewalttätigkeiten? Wer hat geschossen? Wer gab die Todesschüsse ab? In der Presse erschienen Artikel mit den Überschriften ""Höchster Todesschützen nicht zu ermitteln" und "Keiner will es gewesen sein". Von Anfang an wurden gezielt Falschmeldungen verbreitet und Beweisstücke beseitigt. Darum kursieren noch heute, 76 Jahre nach dem Geschehen, widersprüchliche Versionen bezüglich der damaligen Ereignisse. Nach umfangreichen Recherchen in verschiedenen Archiven ist es Wolfgang Stapp gelungen, die Vorgänge umfassend und detailliert durch Dokumente zu rekonstruieren. Ergebnis ist ein Politkrimi voller Dramatik, Spannung und Überraschungen. Für die Faschisten waren die Geschehnisse willkommene Gelegenheit, eine Verfolgungswelle größeren Ausmaßes einzuleiten, was eine lange Reihe von langen Freiheitsstrafen für Regimegegner nach sich zog. So wurde jedem unmissverständlich vor Augen geführt, dass keine Opposition geduldet und jeder Widerstand im Keim erstickt wird. Drei Tage nach der Höchster Blutnacht fand in Sandbach eine SA/SS-Überfall auf den "Kommunistenführer" Wilhelm Zieres statt. Diesem gelang unter dramatischen Umständen in letzter Minute die Flucht, wodurch er der Liquidation entging. Nach seiner Verhaftung im Dezember 1933 erlitt Wilhelm Zieres ein zehnjähriges Martyrium durch den braunen Terror. Neben diesen beiden Falldarstellungen wird am Beispiel der Absetzungen des Veith-Betriebsrates durch eine Höchster SA-Horde gezeigt, wie die organisierte Arbeiterbewegung im Breuberger Land ausgeschaltet wurde. Die Odenwälder Bevölkerung ist sehr herzlich zur Veranstaltung eingeladen! |
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