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Dresdensia Rugia:

Gießener Polizisten schützen die Faschisten

Artikel aus Gießener Echo, Zeitung der DKP Gießen, 3/05

Die Gießener Allgemeine deckte den angeblichen "Skandal" auf: die NPD und die Gießener Burschenschaft Dresdensia Rugia aus dem Großen Steinweg arbeiten eng zusammen. Wir wollen hier gar nicht auf die näheren Umstände dieser Zusammenarbeit alter und neuer Nazis eingehen; man kann sie nachlesen.

Fakt ist. Zwischen dem 27. und 29. 6. 03 feierte diese Burschenschaft ihr 150jähriges Bestehen. Da Giessener Antifaschisten diese Umtriebe schon lange bekannt waren, gründete sich damals ein Bündnis von vielen Gruppen aus dem Antifa-Spektrum sowie u.a. Gewerkschaften, Hochschulgruppen, Jusos, Stadtschülerrat und der DKP. Es gab seinerzeit Veranstaltungen zu diesem Thema, die gut besucht waren, und am 28. Juni eine Demonstration, an der einige hundert Antifaschisten teilnahmen. All diese Aktionen waren der Öffentlichkeit, d.h. auch den Giessener Zeitungen aber auch Polizei und "Verfassungsschutz" bestens bekannt, denn die Demo stand unter starker Polizeibeobachtung und das Verbindungshaus war polizeilich abgeriegelt!

Auch eine gut recherchierte Broschüre*) wurde veröffentlicht, und wir gehen natürlich davon aus, daß oben genannte Öffentlichkeit dieses Heft eingehend studiert hat. Darin wurde belegt: "Die Dresdensia Rugia ist eine bundesweit bedeutende Kaderschmiede für die NPD und andere faschistische Organisationen. Außerdem stellt sie durch ihre Kontakte zu anderen Verbindungen einen Schnittpunkt zwischen konservativen und faschistischen Strukturen in Gießen dar..."

Seit Jahren hatte die Dresdensia mit rechten Veranstaltungen für Aufsehen gesorgt, so als im Oktober 1988 General a.D. Günter Kießling "als Burschenschafter gerne dieser Einladung gefolgt" war. Auch der Wetzlarer "Haßprediger" gegen Ausländer, CDU-MdL Irmer, war gerne zu Gast. Viele Veranstaltungen fanden unter massiven Polizeischutz statt: im Mai 1990 durfte der im neofaschistischen Publizistenspektrum bekannte Dr. Sander über "Das Reich als politische Einheit der Deutschen" reden, während 300 Antifaschisten vor dem Burschenschaftenhaus demonstrierten und "Nazis raus"

skandierten. Die Polizei führte derweil von drinnen "bei einem Bier Verhandlungen über Funk mit den Kollegen auf der Straße" (Gi. Anzeiger, 23.5.90).

Zwei Jahre später beim CDU-Rechtsaußen Heinrich Lummer aus Berlin kam es wieder zu massiven Protesten; diesmal hatte die Polizei - wohl um seine Rede nicht stören zu lassen - gleich bis zur Roonstraße abgesperrt.

Warum heute so getan wird, als ob diese Zusammenarbeit die Sensation schlechthin ist, wissen wir nicht. Wir Kommunisten wissen aber eins: Immer dann, wenn Kommunisten und Antifaschisten vor den Faschisten warnen, ist dieser Staat einschließlich seiner Organen blind und taub! - Denn eigentlich hat man nichts gegen die NPD - im Gegenteil: Der Verfassungsschutz steht mittendrin in der Führungsriege der NPD und

deswegen gibt es auch kein NPD-Verbot... Helmut Appel

*) Die Broschüre ist in Kopie beim Gießener Echo erhältlich

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