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Interview: Markus Bernhardt

Kuba-Solidaritätsprojekt der SDAJ:

»Bauarbeiter« fürs Bildungssystem?

jW sprach mit Tina Sanders, Bundesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) F: Die SDAJ hat auf ihrem letzten Bundeskongreß ein neues Solidaritätsprojekt für Kuba beschlossen. Was ist geplant?

Nachdem wir im Jahr 1999 zusammen mit den kommunistischen Jugendverbänden aus Zypern, Griechenland und Portugal eine Krankenstation in der Camillo-Cienfuegos-Universität in Matanzas errichtet haben, wollen wir im Sommer mit drei Brigaden an derselben Universität Seminarräume renovieren. Der Zugang zu Bildung, auch an Hochschulen, ist auf Kuba seit der Revolution für alle Menschen kostenlos. Mit unserem Projekt wollen wir einen Beitrag leisten, daß die Studierenden weiterhin gute Studienbedingungen haben. Gerade die Universität Matanzas macht deutlich, daß Kuba nicht nur auf internationale Solidarität angewiesen ist, sondern auch bespielhaft dafür steht. In Matanzas gibt es über 500 ausländische Studierende vor allem aus Afrika, die in ihren Heimatländern nicht die Möglichkeit hätten, eine Universität zu besuchen.

F: Haben Sie Unterstützer?

Das »Proyecto Solidaridad 2004« geht auf die Initiative von zehn kommunistischen und sozialistischen Jugendorganisationen aus Europa und Nordamerika zurück. Wichtig ist uns vor allem, daß der kommunistische Jugendverband (YCL) aus den USA das Projekt mitgestaltet. Es geht bei dem Projekt also auch um den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit.

F: Immer wieder wird Kritik an der Menschenrechtslage auf Kuba laut. Wie steht Ihr Verband dazu?

Zuerst einmal muß darauf geachtet werden, aus welchen Kreisen die Kritik überhaupt kommt. Schließlich ist Kuba seit der Revolution massiven Angriffen von seiten der US-Administrationen und ihrer Helfershelfer ausgesetzt. Diese Angriffe haben in den vergangenen Monaten extreme Formen angenommen, worauf Kuba sich gezwungen sah, seinerseits massiv gegen diese vorzugehen. Ob die Wahl der Mittel, die eingesetzt worden sind, adäquat war, kann diskutiert werden. Trotz alledem gilt unsere Solidarität der kubanischen Revolution und Bevölkerung. Kuba gelingt es, trotz jahrelangem Wirtschaftsembargo, die sozialen Menschenrechte wie das Recht auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit aufrechtzuerhalten.

F: Wie kann man das Projekt unterstützen?

Die SDAJ will in der BRD insgesamt 10 000 Euro für das Projekt sammeln. Jeder, der es unterstützen möchte, kann mit Geld- oder - nach Absprache - Sachspenden seinen Beitrag leisten. Wer will, kann sich aber auch selbst auf die Reise machen und vor Ort Hand anlegen. Alle Jugendlichen, die Lust haben, das sozialistische Kuba kennenzulernen und acht Stunden täglich auf dem Bau zu arbeiten, können sich für die Brigaden anmelden. Der Flug muß allerdings selbst bezahlt werden.

* Informationen im Internet: www.sdaj-online.de

Spendenkonto: Berliner Volksbank, BLZ: 10090000, SDAJ, Konto-Nr.: 1004892000, Stichwort: Viva Cuba

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