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Afghanistan: Der Krieg eskaliert weiter

Pressemitteilung der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend [SDAJ].

Ostern 2008

Bei dem ISAF-Einsatz, an dem derzeit offiziell ca. 3.300 - real aber wohl schon über 3.700 - Bundeswehrsoldaten beteiligt sind, handelte es sich noch nie um einen Entwicklungshilfeeinsatz. Nun aber wird die "Aufstandsbekämpfung" immer klarer zum Operationsschwerpunkt.

Vor allem die USA drängen massiv darauf, mit harter Hand gegen den Widerstand im Land vorzugehen. Mittlerweile sind auch andere NATO-Staaten - darunter Deutschland - auf die US-Linie eingeschwenkt.

Absehbare Folge wird eine weitere Eskalation des Krieges am Hindukusch sein.

Bundesregierung dreht mit an der Eskalationsschraube Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung ist der Beschluss der Bundesregierung, die in Nordafghanistan operierende "Quick Reaction Force" (QRF) zu übernehmen. Bei der QRF handelt es sich um eine "robuste Reserveeinheit", die immer dann zum Einsatz kommt, wenn die ISAF-Truppen "militärisch unter Druck" geraten: Zum Aufgabenspektrum dieser Schnellen Eingreiftruppe gehört laut Bundeswehr nicht nur der "Einsatz gegen militante Kräfte im Einsatzgebiet, die die Sicherheitslage gefährden", sondern auch "gewaltbereite Menschenmengen mit nichtletalen (nicht-tödlichen) Mitteln unter Kontrolle zu bringen." (www.bundeswehr.de). Der Bundesverteidigungsminister teilt mit, auch die "Quick Reaction Force", die in Nordafghanistan stationiert wird, dürfe in den Krieg im Süden eingreifen - aber nur nach Genehmigung durch ihn. Nach der Entsendung von Bundeswehrtornados in den umkämpften Süden Anfang 2007 und der Beteiligung an umfangreichen Kampfhandlungen in Nordafghanistan unter deutschem Oberkommando im Herbst 2007, ist dies nun der dritte "Meilenstein", mit dem sich Deutschland innerhalb nur eines Jahres immer tiefer in den Krieg in Afghanistan verstrickt.

Das Vietnam-Szenario: Immer mehr Truppen, immer mehr Widerstand Jüngste Berichte über die Entwicklung am Hindukusch bestätigen, dass das westliche Militär immer mehr die Kontrolle über die Lage verliert.

Zahlreiche "Think Tanks" bestätigen, dass die Widerstandsgruppen weiter auf dem Vormarsch seien und die Sicherheitslage für die Besatzer sich stetig verschlechtert. Sie bestätigen außerdem, dass sich der Großteil des Widerstands aus "armutsgetriebenen Graswurzelgruppen" und nicht aus islamistischen Fundamentalisten zusammensetzt.

Wen kann das Anwachsen des Widerstands eigentlich noch wundern, wenn selbst Bundeswehrsoldaten in Veröffentlichen damit "prahlen", wie menschenverachtend sich die "Schutztruppe" ISAF gegenüber der Zivilbevölkerung verhielt. Wenn sie überprüfen wollten, ob in einem Feldstück noch versteckte Minen lagen, warfen sie vor den Augen hungriger Kinder Äpfel hinein. "Wenn die Kinder losliefen, um sich die Äpfel zu holen, und es keinen Knall gab, wurde dieses Feld als geklärt und unvermint betrachtet." Und wenn es doch knallte, hatte das Kind eben Pech gehabt.

Und in dieser Situation sprechen sich die Militärexperten für eine Eskalation der westlichen Kriegsführung aus, indem die ISAF-Truppenstärke auf insgesamt 80.000 Soldaten erhöht werden soll.

Gemäß eines Umlageschlüssels würde dies für Deutschland eine Verdopplung des gegenwärtigen Kontingents erfordern.

Die NATO und mit ihr Deutschland verstrickt sich immer tiefer in einen brutalen Krieg. Gegen einen Widerstand, der sich aus immer breiteren Teilen der Bevölkerung speist, weil immer mehr Menschen erkennen, dass die Besatzung für sie Unsicherheit, Verarmung und Erniedrigung bedeutet. Auch mit der nächsten Aufstockung des Bundeswehrkontingents und der nächsten Eskalationsstufe kann diese Situation nicht verbessert werden. Einzige Lösung bleibt:

Abzug der Bundeswehr und aller anderen NATO-Truppen aus Afghanistan - jetzt!

Quellen: www.german-foreign-policy.com vom 8.2.08, www.imi-online.de, jW vom 10.1.08 S. 1.

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Verantwortlich: M. Grüß, Hoffnungstr

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