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Verhaftungswelle StudentInnen in Sevilla

Am 21 und 22 Juni wollen auch tausende von Studis in Sevilla während des EU Gipfels Demonstrieren. Geplant ist ein Forum über u.a. Bildung und ein StudentInnenblock in ein von den Demos. Seit 4 Monaten protestieren die StudentInnen in Spanienen gegen ein neues Gesetz. Am 12.02.2002 startete eine Verhaftungswelle...

Letzter Stand (14.02.2002, Morgens): von den 50 gesuchten StudentInnen wurden erst 4, dann 5, 13 und seit Heute nacht 15 StudentInnen festgenommen. Heute morgen wurde Nummer 16 verhaftet und es ist jede Menge Polizei auf dem Campus. Auch ein spontane Demo ist dort unterwegs. Immer mehr Meldungen von StudentInnen die auf grund eines Franco (ja der alte Diktator...) Gesetzes aus 1954 das Recht zum Studieren genommen wird, ihnen wird auf grund von politischen Aktivitäten der Zugang zur Uni verweigert und sie werden zwangsexmatrikuliert! Ruf die Spanische Botschaft an, schick ihr e-mails usw.

Eine EMail, die wir empfangen haben:

Gerade habe ich einen dringenden Anruf aus Sevilla erhalten, in dem wir alle aufgefordert wurden Solidarität zu zeigen. Seit gestern morgen (12.2) um 3.00 Uhr haben in Sevilla unglaubliche nächtliche Verhaftungen von Studenten begonnen. Versuche mal kurz zusammenzufassen, worum es geht. Info vorneweg: Am 19.12.01 wurde im Zuge der Studentenproteste gegen die Privatisierung der Unis vor dem Rathaus Sevillas ein Protestcamp von den Sevillaner Studis aufgebaut. Dort wurden unter anderem tägliche Versammlungen abgehalten, Konzerte veranstaltet, Bürger über die Proteste aufgeklärt etc.

Alles in einem sehr friedlichen und sogar sehr sauberen Rahmen. Sowie die vorangegangenen Unibesetzungen, der Generalstreik der Unis und die nationalen Großdemos wurde auch dieses Protestcamp von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen.

Die ganzen Tage über Weihnachten und Silvester gab es keine "größeren" Probleme mit der Polizei oder sonst irgendwem. Am letzten Dienstag jedoch wurde still und heimlich in der Nacht das Camp von der Polizei geräumt.

Letzten Freitag traf sich nun eine Junta ( so was wie Expertenrat und Univertretung) in der Uni in Sevilla, um dort das Gesetzespaket zur Privatisierung der Unis (Ley Orgánica de Universidades) auch in Sevilla vollends unter Dach und Fach zu kriegen. Nicht eingeladen waren jedoch die StudivertreterInnen, Fachschaften oder VertreterInnen des Generalstreikkomites (was ja nach den ganzen Streiks und Protesten in ganz Spanien in gewisserweise nach vollziehbar wäre).

Auch nach mehreren Anträgen von seiten der Studis vor der Versammlung angehört zu werden kam keine Reaktion. Die Versammlung fand nicht nur hinter verschlossenen Türen statt, sondern wurde von Wachleuten und sogar mit Barrikaden aus Bänken vor den Türen vor den Studis "geschützt". 50 Studis ( v.a. vom Streikrat und den Leuten des Camps) versuchten sich in der Junta trotzdem Verhör zu verschaffen und wurden von den Wachleuten mit Feuerlöschschaum angegriffen. Es kam zu mehreren Rangelein bis die StudentInnen es schafften die Türen mit Stangen zu zerschlagen. Die Junta wurde ohne neue Termine aufgelöst.

Dienstag nachts kam es dann zur "Rache". Ohne Anklagepunkte (bis auf die zertrümmerte Tür aus dem 18. Jhd. wurden bereit) wurden bereits 15 Studis in den frühen Morgenstunden zu Hause verhaftet, teilweise auf der Strasse festgenommen. Seit heute morgen werden diese verhört. Es gibt eine Liste von insgesamt 50 Studis, die jetzt gesucht und verhaftet werden sollen. In der Presse wurden Fotos von 5 bekannteren Leuten der Protestbewegung abgelichtet, die Studis wurden in den Medien als Randalierer und Faschisten (hört, hört!) bezeichnet und mit Terroristen gleichgesetzt.

In den Medien hat bereits eine wahre Hetze gegen alle "Andersdenkenden" gestartet. Videos und Fotos von mehreren Studiversammlungen und Veranstaltungen der Plattform gegen den Krieg wurden veröffentlicht. Die Regierung hat ein Gesetz von 1954 aus Francos Zeiten ausgegraben, womit den Studis jegliches Recht auf Studieren entzogen werden kann. Das EU-Präsidentschaftsjahr in Spanien hat begonnen. Die Repressionsmaschinerie kommt ins Rollen.

Der Gipfel im Sommer in Sevilla wird "vorbereitet". Das ist der Anfang und deshalb sind wir alle aufgefordert Solidarität zu zeigen und die Repressionsmaßnahmen in Spanien jetzt auch zu unserem Thema zu machen.

Ich bitte euch eindringlich, euch spätestens morgen Gedanken zu machen und euch zusammen zusetzen, um Solifaxe oder sonstiges nach Spanien zu senden. Heute Nacht werde ich noch Faxnummern und Mailadressen erhalten, die ich dann weiterleite. Die Leute in Sevilla treffen sich heute, um den Bericht auf Indymedia zu veröffentlichen. Auf www.antilou.com sind mehrere Berichte zu den Protesten der Studis.

Macht also das ihr aus den Pötten kommt!! Jetzt kann man Solidarität beweisen... und die erhofft sich ja immerhin auch eine jede von uns, wenn sie uns am Kragen haben. (v.a. deshalb, weil ja wahrscheinlich auch viele von uns zum Gipfel fahren werden!)

Hoch die Internationale... und diesmal richtig!

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