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Mitgliederversammlung
Unsere Beteiligung an der Kommunalwahl 2001
Die nächste Mitgliederversammlung der Gruppe Stadt Darmstadt
findet statt:
Dienstag, den 11.07.2000 19.30 Uhr Bürgerhaus Kranichstein,
Grundstr. 10 in Darmstadt-Kranichstein Seminarraum
Einziger Punkt:
Bericht über den Stand der inhaltlichen Diskussion im AK Kommunalpolitik Bericht über Gespräche mit der PDS Darmstadt/Odenwald Beschlußfassung über unsere Beteiligung an der Kommunalwahl 2001 in Darmstadt
DGB-Kreisvorsitzender Walter Hoffmann angeklagt
Internationales Europäisches Tribunal über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien
1999 führten die in der NATO zusammengeschlossenen Staaten einen 78 Tage dauernden völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien.
Im Juni 2000 werden die Hauptverantwortlichen des Krieges von einem internationalen Tribunal in einem inoffiziellen Strafverfahren zur Rechenschaft gezogen. Es geht in dem Verfahren um die Verbrechen der Vorbereitung und Führung eines Angriffskrieges, sowie um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Tribunal findet in zeitlicher Nähe zueinander, einmal in New York und in Berlin statt. Organisator des US-amerikanischen Tribunals ist das International Action Center unter der Leitung des ehemaligen Justizministers Ramsey Clark. Das europäische Tribunal in Berlin wird von verschiedenen Friedens- und Menschenrechtsgruppen getragen. Arbeitsgrundlage des Internationalen Europäischen Tribunals ist ein von namhaften Völkerrechtlern entworfenes Statut. Für die Anklage sind alle Bereiche der Kriegsführung und ihre Folgen zu berücksichtigen. Expertengruppen arbeiten zu folgenden Schwerpunkten: Ermordung, Verstümmelungen und Verletzungen der Menschen, psychische Folgeschäden, Völkerrechtsverletzungen, Umweltschäden / Zerstörung der Lebensgrundlagen, Militärstrategie und Waffeneinsätze, Medienkrieg, Zerstörungen von Kunst und Kulturschätzen. In vielen europäischen Städten, in Wien, Athen, Brüssel, Amsterdam, Tokio, Paris, Oslo, Kiew, Rom und Berlin sind große Hearings unter Teilnahme von Wissenschaftlern und Künstlern, Friedens- und Menschenrechtsorganisationen sowie anderen Organisationen und Einzelpersonen veranstaltet worden. In Vorbereitung des Tribunals fand am 16. April 2000 in Hamburg ein 2. Hearing statt. Es behandelte die Verantwortung der deutschen Regierungsvertreter und NATO-Repräsentanten am Krieg und den darin verübten Verbrechen. Zu diesen Verantwortlichen zählt auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und DGB-Kreisvorsitzende Walter Hofmann. Anfang Juni hat eine zehnköpfige international besetzte Spruchkammer nun ein Urteil verkündet: Die angeklagten Regierungs- und Staatschefs der 19 NATO-Staaten sind der schweren Völkerrechtsverletzung schuldig gesprochen worden. Walter Hoffmann und den weiteren Bundestagsabgeordneten, die für eine Beteiligung der Bundeswehr gestimmt haben, wurden Verstösse gegen den 2+4-Vertrag, das Grundgesetz sowie gegen Normen des Strafgesetzbuches nachgewiesen.
Solitär
Sanieren statt Abreißen
Für die einen ist er "stigmatisiert", das "Symbol für alles
Negative in Kranichstein", für die anderen, nämlich viele Mieterinnen und Mieter, ist er ihr Zuhause. Gemeint ist das Solitär, der Pfannmüllerweg 40 - 46 in Kranichstein.
Jetzt, wo der Putz bröckelt, überlegt man bei der Eigentümerin
GWH das Hochhaus abzureißen, eine Sanierung sei zu teuer. Schon über ein Jahr sind weite Teile des Hochhauses von Absperrungen umgeben um Bewohner vor herabfallendem Beton zu schützen. Überdies stünden von den ca. 250 Wohneinheiten ungefähr 80 leer.
Das Solitär und die Parteien
Die SPD sprach sich für einen Abriss des Solitärs aus. Sie
brachte einen Antrag ins Stadtparlament ein, in dem sie den Magistrat beauftragt, mit der GWH den Abriss auf den Weg zu bringen. Natürlich soll dies erst nach der "sozialverträglichen Umsetzung" der Mieterinnen und Mieter geschehen. Weiter geht noch die Fraktion OS/3, die gleich schrittweise alle anderen Kranichsteiner Hochhäuser mit abreißen lassen würde. Die CDU hüllt sich zu diesem Zeitpunkt noch in Schweigen.
Das Solitär und die GWH
Die hessische Landesregierung hatte mit Wirkung zum 01.01.1987
die Wohnungen der Neue Heimat Südwest übernommen. Entstanden war die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH). Was wurde den Mieterinnen und Mietern damals von der Landesregierung in Person des Ministerpräsidenten Holger Börner alles versprochen! Neue Mietermitbestimmungsrechte wollte man einführen, die Mieten sollten stabil, die Wohnungen bis ins nächste Jahrtausend hinein als Sozialwohnungen erhalten bleiben (aus einem Brief von Holger Börner an die Mieter vom 18.12.86).
Die Mieterinnen und Mieter haben allerdings in den letzten
Jahren andere Erfahrungen gemacht: Von Mietermitbestimmung keine Spur, steigende Mieten und Nebenkosten. Viele Rechte der Mieter mussten gegen die GWH per Gericht durchgesetzt werden.
Im Solitär wohnen viele Sozialhilfebezieher. Es würde sicher ein
ganz erhebliches Sümmchen zusammenkommen, wenn man die gezahlten Mieten durch das Sozialamt die letzten Jahre addiert. Oder die von vielen geleistete Fehlbelegungsabgabe. Wie aber sieht die Gegenleistung aus? Die GWH wurde aus der Stadtkasse schwindlig bedient und jetzt will man abreißen, weil eine Sanierung zu teuer sei.
Wenig Informationen über die Entscheidung Abriss oder Sanierung
erhält der zuständige Mieterbeirat der GWH. Eine entsprechende Sitzung wurde mehrfach verlegt, die Mieterinnen und Mieter werden im Ungewissen gelassen. Anscheinend hofft man in den Vorstandsetagen auf den weiteren Auszug der Bewohner und eine Steigerung der Leerstände
Das Solitär und die Hintergründe
Kranichstein ist nicht erst seit dem geplanten Abriss des
Solitär im Gerede. Die Stadt Darmstadt veröffentlichte vor wenigen Monaten ihren zweiten Armutsbericht. Diesem Bericht ist zu entnehmen, dass Kranichstein-Süd in Puncto Sozialhilfe, Schuldnerberatung und Arbeitslosigkeit in Darmstadt eine Spitzenstellung einnimmt. Und für viele bedeutet Hochhaus gleich soziale Probleme. So die Fraktion OS/3 in ihrer weiter oben schon erwähnten Pressemitteilung: Eine Sanierung des Solitär sei "sozialpolitisch kontraproduktiv", das Solitär wird als "Krankheitsherd" bezeichnet. Natürlich darf auch der Hinweis auf die ehemalige DDR nicht fehlen, wo man dazu übergangen sei, Plattenbauten abzubrechen. Ganz davon abgesehen das dies nicht überall stimmt noch eine kleine Anmerkung: Die sozialen Probleme waren in der alten DDR nicht bekannt, die Neubauten in Hochhäusern waren gesuchte Wohnungen mit funktionierenden Hausgemeinschaften. "Problemwohngebiete" wurden diese Siedlungen erst mit den Segnungen der freien Marktwirtschaft, Leerstände gab es erst nachdem viele ehemalige DDR-Bürger im weiten Umkreis keine Arbeit mehr fanden und auch nicht ewig auf die ach so blühenden Landschaften warten wollten. Wer glaubt man müsse nur kleine Einfamilienhäuser bauen und schon sind alle sozialen Probleme gelöst ist auf dem Holzweg.
Auch der SPD, vor zehn Jahren noch Vorkämpfer für Mieterrecht im
Stadtteil, dürfte darauf hoffen wenn schon die sozialen Probleme nicht zu lösen sind durch den Abriss die betroffenen Sozialhilfebezieher im Stadtteil loszuwerden.
Das Solitär und die Demokratie
Während der GWH-Vorstand über Abriss oder Sanierung sinniert,
die SPD im Stadtparlament Fakten zu schaffen versucht, wird das eigentlich Naheliegenste vernachlässigt. Mit den Menschen, die im Solitär leben, spricht keiner. Sie sind die Betroffenen und werden ausgeklammert.
Die SPD will die Bewohner "sozialverträglich umsetzen". Wie dies
in Praxis aussehen soll steht in den Sternen. "Sozialverträglich" ist ein dehnbarer Begriff. Fakt ist aber zunächst für die Betroffenen: Die Wohnung ist weg. Auch der Vorschlag der SPD für eine "interessante städtebauliche Neubebauung" ist ein dehnbarer Begriff. Der soziale Wohnungsbau wurde fast auf Null heruntergefahren. In ganz Hessen wurden 1998 gerade mal 2.800 Wohnungen öffentlich gefördert, dass sind pro Stadt und Gemeinde Hessens im Durchschnitt nicht mal eine einzige Wohnung. In Darmstadt ist die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen schon länger rückläufig. Wer wird also in dieser Neubebauung wohnen? Sicher nicht die derzeitigen Mieterinnen und Mieter des Solitär.
Die Bewohner des Solitärs sind gut beraten für die Erhaltung
ihres Hauses und ihrer Wohnungen aktiv zu werden, mit Mieterversammlungen und weiteren Aktionen, die Öffentlichkeit herstellen.
Die DKP fordert:
Sanierung des Solitär, kein Abriss
Einbeziehung der Mieterinnen und Mieter bei der Sanierung und
Neugestaltung
Keine Luxussanierung der Wohnungen um sie später besser
verkaufen zu können
Weg mit der Fehlbelegungsabgabe. Sie dient nicht zur Ankurbelung
des sozialen Wohnungsbaus, sondern zum Stopfen von Haushaltslöchern.
AK Kommunalpolitik
Jugend in Darmstadt
Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Kommunalpolitik beschäftigt sich mit einem weiteren
Abschnitt unserer kommunalpolitischen Plattform: Jugend- und Kinderpolitik in Darmstadt.
Kurze Einleitung: Jürgen Hehner-Anders
Dienstag, den 25. Juli 2000
19.30 Uhr Bürgerhaus Kranichstein, Grundstr. 10 in Darmstadt-Kranichstein Seminarraum |
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