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DKP Online Infos, Termine, Veranstaltungen DKP DARMSTADT-DIEBURG LinksTreff Georg Fröba; Landgraf-Philipps-Anlage 32; 64289 Darmstadt Tel.: 06151-78 84 07; FAX: 06151-78 84 06 E-Mail: info@dkp-darmstadt.de URL: http://www.dkp-darmstadt.de
Widerstand gegen Immobilienhaie, Tourismusindustrie und soziale Verdrängung Kampf gegen Gentrifizierung* in einem Stadtteil Quebecs/Kanada
Vortrag und Diskussion mit Mathieu Houle-Coucelles
Freitag, den 14.10.2011 19:30 Uhr LinksTreff Georg Fröba Landgraf-Philipps-Anlage 32 in Darmstadt
Mathieu Houle-Coucelles ist Mitglied des „Comité populaire Saint-Jean-Baptiste in Quebec City“ und während der Buchmesse eine Woche in Frankfurt. Er ist Autor des Buches „Auf den Spuren des Anarchismus in Quebec (1860-1960)“. Das Comité populaire Saint-Jean-Baptiste in Quebec City steht in Opposition zur Gentrifizierung* des genannten Stadtteils, bekämpft dort Armut und plädiert dabei u.a. für den Bau von mehr Sozialwohnungen.
Die Probleme in diesem Stadtteil sind sicherlich nicht ohne weiteres auf die Situation in Darmstadt zu übertragen – zum Beispiel bei der derzeitigen Situation die Konversionsflächen betreffend. Aber es gibt auch einige Gemeinsamkeiten und Anregungen für den politischen Kampf bei uns.
*Die Gentrifizierung ist ein aus der Stadtsoziologie kommender Begriff, der einen bestimmten sozioökonomischen Umstrukturierungsprozess urbaner Quartiere beschreibt. Dabei geht es um die soziokulturellen und immobilienwirtschaftlichen Veränderungen in ursprünglich preisgünstigen Stadtvierteln, in denen Immobilien zunehmend von wohlhabenderen Eigentümern und Mietern belegt und baulich aufgewertet werden und in denen in diesem Zuge Gruppen mit einem niedrigeren Sozialstatus ersetzt oder verdrängt werden.
Gruppe Darmstadt - Bergstraße Mitgliederversammlung
Die nächste Mitgliederversammlung der Gruppe Darmstadt - Bergstraße findet statt:
Montag, den 24. Oktober 2011 19.30 Uhr LinksTreff Georg Fröba Landgraf-Philipps-Anlage 32 in Darmstadt
Berichte
Energiewende? Vortrag und Diskussion mit Jochen Bühler Mit der von allen Seiten geforderten Energiewende ist die Frage nach der Umsetzung verbunden. Welche Interessen stehen dem im Wege? Kann der sogenannte "Green New Deal", die gesellschaftspolitische Vision der GRÜNEN funktionieren? Sind kapitalistische Konkurrenz und ein sozialökologischer Wandel miteinander in Einklang zu bringen? Verschiedenes
Gäste sind willkommen!
Arbeitszeitverkürzung für mehr sichere Arbeitsplätze – gegen Massenarbeitslosigkeit und Prekarisierung!
Von den fünfziger Jahren bis in die frühen neunziger Jahre konnten die Gewerkschaften vor dem Hintergrund einer enormen Produktivkraftsteigerung erfolgreich Arbeitszeitverkürzungen von über 48 auf teilweise 35 Stunden durchsetzen. Andere Arbeitszeitverkürzungen wie ein früheres Renteneintrittsalter oder ein gesetzlicher Mindesturlaub von 24 Werktagen wurden gesetzlich festgelegt. Die Auseinandersetzungen um die 35-Stunden-Woche in den achtziger Jahren war keine rein gewerkschaftliche, sie wurde von vielfältigen Kräften auch erfolgreich gesellschaftspolitisch geführt.
Seit den neunziger Jahren, auch seit dem Wegfall der Systemkonkurrenz, findet ein Aufrollen verschiedenster politischer und gewerkschaftlicher Errungenschaften der Arbeitenden statt. Eine verfestigte Massenarbeitslosigkeit, bei der mit rund 3 Millionen registrierten Arbeitslosen nur jeder zweite Erwerbslose gezählt wird, verbunden mit einer sog. „Hartz-Gesetzgebung”, die Tür und Tor für Deregulierung öffnete und mit Hartz IV zur Keule gegen Arbeitende und Arbeitslose wurde, schwächten die Kampfkraft der Belegschaften und ihrer Gewerkschaften. Das findet seinen Ausdruck auch in der Hyperflexibilisierung und vor allem Ausweitung von Arbeitszeiten, zumeist ohne Lohnausgleich, was letztendlich auch den Lohnanteil am Bruttoinlandsprodukt immer weiter reduziert. Die deutsche Exportwalze, die Ökonomien anderer Länder überrollt, wird auch mit längeren Arbeitszeiten geschmiert.
Die Situation ist u. a. gekennzeichnet durch tendenziell steigende tarifliche Arbeitszeiten, oft durch „Öffnungsklauseln” befördert, bereits wieder über 40 Wochenstunden liegende tatsächliche Arbeitszeiten, (im bürgerlichen Sinne) unbezahlte Arbeitszeiten in Freizeit und Urlaub, zunehmende Entgrenzung zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 mit steigender Tendenz, wenn es nach dem Willen der Kapitalisten gehen wird. 30 Prozent aller Arbeitenden bzw. auf Erwerbsarbeit angewiesenen sind prekär beschäftigt oder erwerbslos.
Zugleich arbeiten immer mehr Menschen in unfreiwilliger Teilzeit, Minijobs etc., deren Verdienst nicht zum Leben reicht. Alle Formen prekärer Beschäftigung, von den genannten bis hin zu unbezahlten Praktika, Probearbeit etc. konnten erst durch das Überangebot an Arbeitszeit durchgesetzt werden. Hauptsächlich sind davon Frauen betroffen, die inzwischen fast die Hälfte der Beschäftigten stellen. Allerdings erfolgte dieser Zuwachs durch eine Umverteilung innerhalb der weiblichen Beschäftigung durch mehr und kürzere Teilzeit sowie Minijobs bei fast gleichbleibenden Vollzeitäquivalenten. Das ist auch Ausdruck dessen, dass das „Normalarbeitsverhältnis" heute immer noch von der überkommenen Vorstellung vom Mann als „Ernährer" ausgeht und die Frau bestenfalls „hinzuverdient".
Immer mehr Menschen fehlt die Zeit für Erholung, Familie, Freunde, politisches, kulturelles und soziales Engagement u. v. m. Das macht sich auch durch die Zunahme psychischer Erkrankungen bemerkbar, die Arbeitskraft wird so verschlissen, dass Arbeit bis 67 zu Illusion, zum Hebel für Rentenkürzung wird.
Letztendlich schwächt die Massenarbeitslosigkeit die gewerkschaftliche und politische Arbeiterbewegung, schränkt ihre Kampfkraft auf allen Feldern der Klassenauseinandersetzung ein.
Vor allem nach dem Scheitern der Durchsetzung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie scheint die Verkürzung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit kein strategisches Ziel der Gewerkschaften mehr zu sein. Auch aus den Belegschaften kommt kaum der Ruf nach ihr, sei es aus Angst um die Wettbewerbsfähigkeit „ihres” Betriebes und die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes, sei es, dass zunehmende Arbeitshetze fälschlich mit weniger Arbeitszeit zur Erledigung ihrer Arbeit in Verbindung gebracht wird.
Die subjektiven Erfahrungen vieler Kernbelegschaften aus den Krisenjahren 2008 und 2009, dass Kurzarbeit als eine Form der Arbeitszeitverkürzung ihre Arbeitsplätze sicherte, wenn auch zu Lasten der Löhne und der Arbeitslosenversicherung, ist verblasst. Auch die in der Zeit durch mehr Freizeit gewonnene zusätzliche Lebensqualität ging im Gerede vom Ende der Krise und dem Aufschwung in Deutschland unter.
Dennoch findet unter vielen Gewerkschaftern, in linken und fortschrittlichen Organisationen eine Diskussion über die Notwendigkeit einer Verkürzung der Arbeitszeit und deren Durchsetzungsmöglichkeiten statt. Ein Beispiel dazu ist das „Manifest zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit” von Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup und Prof. Dr. Mohssen Massarrat vom Mai 2011. Auch bei dem anstehenden Kongress von ver.di und dem Gewerkschaftstag der IGM werden in Anträgen entsprechende Forderungen erhoben. Sie sind aber nicht unumstritten, Teile der Gewerkschaften bevorzugen tarifvertragliche Lösungen wie Altersteilzeit, früherer Ausstieg durch Langzeitarbeitskonten etc. Solche Regelungen müssen zum einen überwiegend von den Beschäftigten selbst erarbeitet werden, zum anderen profitiert nur ein Teil der Arbeiterklasse davon. Der Druck aus den prekären Bereichen wirkt dabei weiter auf die Kernbelegschaften. Rein tarifliche Forderungen wirken auch nur sehr begrenzt mobilisierend auf jene 30 Prozent der Arbeiterklasse, die erwerbslos oder prekär beschäftigt sind.
Die DKP tritt ein für
Die Durchsetzung dieser Forderungen kann nicht nur tarifvertraglich geregelt werden, sie wird einer breiten gesellschaftlichen Initiative all jener bedürfen, die, um die gewerkschaftliche Losung hier aufzugreifen, „Für ein besseres Leben” zu kämpfen bereit sind, ob Kernbelegschaften, „Prekariat” oder Erwerbslose.
Zentrale Beratung DKP in Bewegung(en)
Samstag, 22. Oktober 2011 10:30 Uhr – 17:00 Uhr DGB Haus Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77 Clubraum 3 Frankfurt am Main
Wir werden im ersten Teil unserer Beratung die Gelegenheit haben, mit Georgina Alfonso Gonzales (Professorin an der Philosophischen Fakultät der Uni Habana und Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe soziale Bewegungen in Lateinamerika) über Denken, Praxis und Erfahrungen der sozialen Bewegungen in Lateinamerika und in Europa/Deutschland diskutieren. Im zweiten Teil können wir uns über die geplanten Aktivitäten der Bewegungen in unserem Land bzw. Europa informieren und unsere Aktivitäten abstimmen.
Für die Teilnahme bitte hier anmelden: dkp.pv@t-online.de
Theoretische Konferenz der DKP
30. Oktober 2011, 11.00 bis 17.30 Uhr Hannover, Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4
Anmeldeschluss ist der 10. Oktober 2011
Anmeldungen über die bekannten Kontakte des Kreisvorstandes
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