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Emanzipation 2001

Jetzt vom Kochtopf zum Maschinengewehr?

Erst kürzlich wurde derEinzug von Frauen in die Bundeswehr als großer Schritt zur Gleichberechtigung der Frau von den Herrschenden und ihren Medien abgefeiert. Nun dürfen auch Frauen dank eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes potentielle Mörderinnen sein.

Ob dies nun wirklich ein Schritt zur Gleichberechtigung der Frau ist, ist mehr als fraglich. Nicht das Frauen nicht mit der Waffe kämpfen und töten könnten. Die blutigen Schläge der US-Armee, die schon seit langen in ihren Einheiten Frauen kämpfen läßt, beweisen daß Frauen sehr wohl physisch und psychisch in der Lage sind in Kriegen zu kämpfen und zu sterben. Vielmehr dient die Öffnung der Bundeswehr für Frauen der weiteren Militarisierung der Gesellschaft. Hintergrund dafür ist die neue Weltmachtrolle Deutschlands, die die alte und neue Bundesregierung anstrebt. Dazu ist zwingend eine Militarisierung der Außenpolitik nötig und als schlagkräftigen Arm eine Bundeswehr, die überall auf der Welt schnell eingreifen kann. Durch diesen "militärischen Arm" sollen Märkte und Rohstoffquellen für Deutschland erschlossen und verteidigt werden, kurzum deutsche Interessen in der Welt durchgesetzt werden. So auch der letzte Bundespräsident Roman Herzog vor der Gesellschaft für Auswärtige Politik: " Wir befinden uns am Beginn einer neuen Phase deutscher Außenpolitik, die ich die Globalisierung deutscher Außenpolitik nennen möchte. [...] Wenn alle anderen Mittel versagt haben, müssen wir bereit sein, militärische Macht einzusetzen".

Der angebliche Verteidigungscharakter der Bundeswehr ist bereits mit Einverleibung der DDR weggefallen. Doch anstatt die Bundeswehr nun endgültig abzuschaffen, wird der neue Auftrag der Bundeswehr durch Deutschlands Großmachtstreben definiert. Die Bundeswehr als Instrument der Unterdrückung anderer Menschen und Länder, als Instrument zur Vernichtung von Menschenleben und Natur im Profitinteresse und zur Aufrechterhaltung des kapitalistischen Ausbeutersystems lehnen wir ab. Eine Zuführung von weiterem "Menschenmaterial" in diese kapitalistische Mordmaschinerie muß verhindert werden. Es darf nicht geduldet werden, daß dies unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung geschieht. Eher wird durch dieses publicityträchtige Ereignis von der realen Situation in der sich Frauen in unserer Gesellschaft wiederfinden abgelenkt. Frauen stellen den größten Teil der Arbeitslosen dar und finden sich, falls sie Arbeit haben, am unteren Ende der Lohn- und Gehaltsskala wieder. Sie haben die schlechtesten Aufstiegschancen und die schlechtesten Möglichkeiten sich im Beruf weiter zu qualifizieren. Ihnen stehen überwiegend nur die niedrigst bezahlten Ausbildungsplätze offen. Sie stellen den größten Teil der Sozialhilfe-empfängerinnen. Sie haben die niedrigsten Renten. Frauendiskriminierung, Sexismus, und Gewalt gehören nach wie vor zum Bild dieser Gesellschaft. Gleichberechtigung und Gleichstellung schaffen bedeutet im ersten Schritt diese Ungerechtigkeiten abzuschaffen. Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen ist unser Ziel. Anstatt Frauen zu "Kanonenfutter" zu degradieren, sollte die Gleichstellung im zivilen Bereich unserer Gesellschaft vorrangetrieben werden.

Frauen wehrt euch! Erkämpft die wirkliche Gleichberechtigung!

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