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Abgekartetes Spiel in NahostHarsch sollte sich die Ermahnung von US-Präsident George W. Bush anhören, Israel solle sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen - zumindest in den Ohren der Europäer und Araber. Denn die starken Worte sind Teil eines Spiels. Das Spiel geht so: Die Amerikaner mahnen, die Israelis kündigen eine Umsetzung an und setzen ihre Offensive fort. Washington mahnt erneut, Israel gibt sich willig, aber zögerlich. Und so wird es weitergehen, bis US-Außenminister Powell in einigen Tagen in Israel eintrifft. Der scheinbar entschlossenen Rhetorik wie "genug ist genug" zum Trotz hat Bush Premierminister Ariel Scharon von Anfang an Zeit gewährt. Israel solle so "schnell wie möglich" mit dem Rückzug "beginnen", hieß es. Was möglich ist und wie ein Beginn aussehen sollte, bleibt Scharon überlassen. Im Prinzip sind sich Washington und Jerusalem in der Einschätzung der Lage einig: Der palästinensische Terror muss militärisch bekämpft werden, da alle anderen Bemühungen gescheitert sind. Dass daran Palästinenserführer Jassir Arafat nicht unschuldig ist, steht für beide außer Frage, auch wenn Washington noch nicht bereit ist, Arafat fallen zu lassen. Israel klagt dasselbe Recht auf Terrorbekämpfung ein, wie es die USA auch für sich beanspruchen. Widerspruch gibt es dazu von Bush zwar nicht grundsätzlich. Die Militäroffensive stört allerdings empfindlich die amerikanischen Pläne eines Militärschlags gegen Irak, denn die arabischen Länder laufen Sturm. Das Spiel auf Zeit ist folglich der Kompromiss. Israel kann mit dem Segen aus Washington fortfahren, aber es soll sich bitte schön beeilen. Financial Times (Deutschland) |
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