![]() |
|
Was hat Bolivien, was die BRD nicht hat?-Kleine Polemik-Einen gewissen Vorsprung im Alphabet, kann eine Antwort sein. Aber nicht die allein richtige. Eine andere mögliche Antwort lautet: Boliviens Bevölkerung hat wesentlich mehr (darunter auch viele schlechte) Erfahrungen in sozialen Abwehrkämpfen. Der bolivianischen Bevölkerung ist es nach wochenlangen Protesten gelungen, den Regierungschef aus dem Amt zu drängen. Der Vize wird vorgezogene Wahlen ausschreiben. STANDARD 18.10.2003 (APA/AP): http://derstandard.at/Text/?id=1454652& Bei uns dürfen Sozialräuber jedoch ungeniert weiter regieren. Ihnen wird gerade mächtig in allen Medien gelobhudelt. Daß 100% zweier Fraktionen für Sozialraub stimmen, ist kein Zeichen demokratischer Vollkommen- sondern Verkommenheit. Die Mehrheit unserer Bevölkerung ist noch zu saturiert, um die ihr drohenden Gefahren zu realisieren. Sie macht sich damit nolens volens zum Mittäter der größten Sozialräubereien seit Ende des Kalten Krieges. Seit dem Ende der "guten alten Zeit", in der man funktionierende Systeme sozialer Hilfen benötigte, um sich vom "bösen Ostblock" positiv abzuheben und sozialen und politisch emanzipatorischen Bewegungen nach Bismarck'scher Gutherrenart das Wasser abzugraben, werden eben diese Systeme systematisch zerschlagen. Jetzt heißt es "Bismarck rides again" und dieser Bismarck sammelt die Geschenke nach und nach wieder ein, ebenfalls nach Gutsherrenart. Sein Wiedergänger heißt Schröder. Und die oben "entlarvten" Mittäter? Sie hoffen wie alle (Mit)Täter, daß es gerade sie nicht erwischt. Doch die Erfahrungen der BRD zeigen: die Großen kommen immer davon. Oder hat jemand gehört, daß z.B. Helmut Kohl nach Verlust seines Kanzleramtes und nach seinen Ehrenwort-Skandalen gezwungen ist, als Ich-AG irgendwo in Rheinland-Pfalz Heftpflaster an Haustüren zu verkaufen? Diese Herren (und die wenigen Damen) kommen immer ungeschoren davon. Die, die Heftpflaster verkaufen, sind jene, die sich immer gesagt haben: "Arbeitslos, das kann mir nicht passieren, das sind doch nur Faulpelze! Also die anderen!" Okay, das ist polemisch und grobes Holz geschnitzt. Aber "die da oben" haben "uns hier unten" über Jahrzehnte mit vielerlei Einnebeln einreden können, es gebe keinen Unterschied mehr zwischen Kapital und Arbeit, es gebe nur noch nationale Standorte. Diese Nebel zu lichten müssen wir wieder erlernen. Wir waren bereits weiter. Die sozialen Räuberhauptmänner müssen weg, das darf kein Verbalradikalismus bleiben. Zurück zum Anfang: 3 seiner Minister haben den gegangenen bolivianischen Präsidenten begleitet - anscheinend ins US-Exil. Ausnahmsweise vorbildlich. Doch zuvor schickten die USA erst einmal ein militärisches Kommando "Sicherheitskräfte" nach La Paz. Natürlich nur mit dem legitimen Ziel, den US-Botschafter zu beraten ;-) Noch vor dem Sturz von Lozada geschrieben: "Fuera USA! USA raus!" STANDARD 17.10.2003 (Weiss, La Paz) http://derstandard.at/Text/?id=1454326& Porträt des Oppositionsführers Evo Morales: http://derstandard.at/Text/?id=1454410& Eine siebenteilige Dokumentation "Wichtig ist, ein Dach über dem Kopf" von Goedeking in der FR über Bolivien auf dem Weg in die Liga der Krisenstaaten: Die ethnische Ebene der sozialen Konflikte ist eng verbunden mit der Wirtschaftsentwicklung des Landes. |
|
|
Home Veranstaltungen Newsletter DKP Online Infobrief IDDD das rote blatt Fraktion DIE LINKE. Programm & Diskussion Weitere Artikel: · Demokratie & Antifa · Krieg & Frieden · Arbeit & Soziales · Jugend & Bildung · Frauen · Umwelt · Geschichte · Chemie-Werker Merck · Kranichstein · Unser Weg Kontakt/Service: · EMail an uns · Datensicherheit · Ausgang, Links
(RSS) |