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Bush: Medienoffensive angekündigtBush steht in der Kritik. Das weiß er sogar. Also macht er eine Medienoffensive. Das ist nicht mit einer Irak- oder Afghanistan-Offensive vergleichbar. Er will die Medien nicht kaputt bomben. Er will sich ihrer bedienen. Um seine Kriegspolitik noch besser zu verkaufen. Und um Kritik aus den Medien herauszuhalten. So oder ähnlich erläutert die Berliner Zeitung die Pläne dessen, der nicht ihr Idol ist. Direkt daneben (im Print) hat die Zeitung dann dankenswerterweise ein wunderschönes Beispiel für die Medienoffensive gestellt. Es ist ein Interview mit Danielle Pietka. Sie wird im Untertitel als "regierungsnahe Politikexpertin" beschrieben. Das ist richtig. Sie ist Vizepräsidentin des Think Tanks "American Enterprise Institute", einer bedeutenden Denkquelle des Bush-Regimes. Das Interview: Berliner Zeitung 09.10.2003 (dpa/AP/AFP) Ein weiteres Beispiel der Medienoffensive ist eine verzweifelte Aktion der US-Army. Sie ist allerdings in ihrer ganzen Plumpheit eher Mitleid erregend als zornig machend. Die Army braucht Erfolge im Irak. Auf dem Feld der Ehre, als das sie das Schlachtfeld betrachtet, gibt es Erfolge schon seit dem 1. Mai nicht mehr. Da mußte man sich schon etwas einfallen lassen. "Yes Sir, Komma setzen, yes Sir!" hat es bestimmt durch viele Schreibstuben geschallt. Die US-Armee schrieb sich ihre Erfolge jetzt selbst zusammen. Etliche Soldaten sind verdonnert worden, Erfolgsnachrichten nach Hause, an die heimischen Medien, zu schreiben. Dummerweise haben wohl einige Offiziere vergessen, die Vorlagen abzuändern, so daß total identische Briefe in der Heimat ankamen. So erhielt beispielsweise das "Olympian Newspaper" zwei dieser identischen Briefe, einen von Joshua Ackler, einen weiteren von Alex Marois, in denen die individuellen "Erfolge" und "Wahrnehmungen" geschildert wurden. Bis hin zu jubelnden Irakern. Es ist vorstellbar, daß die Zeitung nicht die Briefe abdruckt sondern etwas über sie schreibt ;-) Es konnte eine Reihe dieser Briefe ausfindig gemacht werden. Einige waren auch ohne Wissen der Soldaten mit deren Namen gezeichnet worden. So erfuhr einer der "Autoren" erst davon, als sein Vater ihm für die Veröffentlichung in der Heimatzeitung gratulierte. Eine erfreuliche Propagandschlappe, zumal auch einige der Zwangsliteraten der Öffentlichkeit petzten. |
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