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Essen, d. 23.04.03 PRESSEMITTEILUNGErklärung der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V., Regionalgruppe Essen, zu den im April 2003 erfolgten Verurteilungen von Straftätern in Cuba; einstimmig beschlossen bei der öffentlichen Mitgliederversammlung am 23.04.03
Was ist passiert? Die Fakten:Anfang April wurden auf rechtsstaatlicher Grundlage und gemäß der Verfassung und den Gesetzen der souveränen Republik Cuba (Artikel 88 und 91 des cubanischen Strafgesetzbuches) 75 Personen zu Haftstrafen zwischen 6 und 28 Jahren verurteilt. Die Höhe der Strafen, die nun im Rahmen einer internationalen anticubanischen Kampagne als »Grund« für die Drohungen gegen Cuba herhalten, bewegt sich ausdrücklich im Rahmen der o.g. Artikel des cubanischen Strafgesetzbuches. Auf ebenso rechtsstaatlicher Grundlage und gemäß den cubanischen Gesetzen wurde gegen 3 Personen, die ein Passagierschiff in ihre Gewalt gebracht, Passagiere gefoltert und mit der Erschießung ihrer Geiseln gedroht hatten, die Todesstrafe vollstreckt. Insbesondere gegen diese Maßnahme richtet sich derzeit der Protest, z.B. von solch illustren »Großdichtern« wie Günther Grass, der zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien noch meinte, dieser sei »zu spät« begonnen worden. HintergründeIn den Gerichtsverfahren wurde bewiesen, dass die nunmehr verurteilten Straftäter ihre Straftaten in engster Zusammenarbeit mit der US-Interessenvertretung der USA in Havanna begingen. Der Leiter der US-Interessenvertretung, James Cason (s.o.) brüstete sich vor einigen Wochen ganz öffentlich damit, dass er während der ersten 6 Monate seiner Tätigkeit 6.000 Meilen in Cuba zurückgelegt habe, um den Widerstand gegen die cubanische Regierung zu vernetzen und materiell zu fördern. Hiervon zeugen auch die Millionen Dollar, die nachgewiesenermaßen gerade in den letzten Monaten von offiziellen US-Regierungsstellen wie USAID an die Verurteilten verteilt wurden. Insgesamt stellte Washington 22 Millionen US $ für die »Vorbereitung des Regimewechsels« in Cuba zur Verfügung. (Quelle: Erklärung des Verwaltungschefs der USAID, Adolfo Franco (Exilcubaner), vor einem Unterausschuß für Auswärtige Beziehungen des US-Repräsentantenhauses am 27.02.03). Beispiele:
(Alle Angaben und Haushaltstitel gemäß offiziellem US-Budget!) Es geht hier also um nicht weniger als um eine von der US-Regierung koordinierte Aktion, um das cubanische Gesellschaftssystem mittels willfähriger Handlanger zu beseitigen. Das wird allgemein als Vorbereitung zum Staatsstreich bezeichnet. Es sei hier noch ausdrücklich darauf verwiesen, dass die cubanische Regierung seit Monaten versucht hat, auf diplomatischem Wege die vom Leiter der US-Interessenvertretung initiierte Zuspitzung abzuwenden. Eine Entschärfung der Lage war von US-amerikanischer Seite nicht gewollt. Sie haben ihre »Dreigroschenjungs« geopfert, um nunmehr das Terrain der »Menschenrechtskampagne« erneut besetzen zu können. »Dissidenten«?Die verurteilten Personen werden in den hiesigen Medien fast unisono als »Dissidenten« bezeichnet. Dies von Journalistinnen und Journalisten, deren ehrbarste Aufgabe es doch sein sollte, einen klaren und vor allem korrekten Umgang mit der deutschen Sprache zu pflegen; selbst wenn ein Griff zum Wörterbuch notwendig sein sollte. Der Brockhaus bspw. gibt Auskunft: »Dissident: Person, die von den herrschenden polit. und weltanschaul. Grundsätzen in einer Gesellschaft abweicht.« Es handelt sich bei den in Frage stehenden Personen eben nicht um Menschen, die wegen ihrer Anschauungen verurteilt wurden! Beleg: Der Artikel 91 des cubanischen Strafgesetzbuches, Gesetz 62 von 1987, leitet sich aus dem spanischen Strafgesetzbuch ab (aus der Zeit, als Cuba noch spanische Kolonie war) und ist fast wortgleich auch im US-Strafgesetzbuch enthalten. Darin heißt es u.a.: »Handlungen gegen die Unabhängigkeit oder territoriale Integrität des Staates - Wer im Interesse eines ausländischen Staates eine Handlung zum Schaden der Unabhängigkeit des cubanischen Staates oder der Integrität seines Territoriums begeht, wird zu Freiheitsentzug zwischen 10 und 20 Jahren oder zum Tode verurteilt«. Das heißt: Es ist nicht nur in Cuba oder den USA, sondern wohl in allen Staaten der Welt ein strafbares Vergehen, für eine ausländische - und in diesem Falle sogar feindliche - Macht gegen Bezahlung Agentendienste zu leisten. Dies gilt übrigens auch für die deutsche Rechtsprechung. In Übereinstimmung mit der Charta der UNO und der OAS (Organisation Amerikanischer Staaten), die jedem Staat das Recht zusichern, sich ohne Einmischung durch andere Staaten für ein eigenes politisches, soziales und wirtschaftliches System zu entscheiden, hat sich der cubanische Staat mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen eine von einer feindlichen Macht gesteuerte Kampagne mit dem Ziel der Liquidierung des cubanischen Staates zur Wehr gesetzt. Wo bleibt die journalistische Objektivität?Alle genannten Punkte sind keine neuen »Enthüllungen«. Vielmehr stehen diese (und weitere!) Informationen allen Journalistinnen und Journalisten auf der Welt zur Verfügung. So hat bspw. der cubanische Außenminister Felipe Pérez Roque am 9. April eine mehrstündige Pressekonferenz gegeben, an der Vertreterinnen und Vertreter von 59 Medien aus 22 Ländern teilnahmen. Hierbei wurden zahlreiche Beweise in Form von Dokumenten, Videos und Tonbändern vorgelegt. Wie kommt es wohl, dass davon so gut wie nichts in der »freien« Weltpresse vorkam?? Unsere HaltungDie USA haben der Welt, insbesondere dem Trikont den offenen Krieg erklärt. Während die Trümmer im Irak noch rauchen, ein unbekannte Anzahl von toten Frauen, Männer und Kindern unwürdig verscharrt werden, die Irakis mangels Wasser und Nahrung auch in diesen Tagen noch elendig verrecken, den Kranken und verwundeten kaum Hilfe geleistet werden kann und die US-Soldateska Tag für Tag weitere Menschen tötet; während organisierter Raub des Weltkulturerbes aus der Wiege der menschlichen Zivilisation durch die barbarischen Besatzer zumindest toleriert, wenn nicht angeleitet wird, sind bereits die Kriegsdrohungen für die nächsten Staaten (Syrien, Iran, Nordkorea) ausgesprochen. Das »Freedom-Bombing« als »permanenter Krieg« (G.W. Bush) soll und wird also weiter gehen. Alle völkerrechtlichen Errungenschaften der vergangenen 50 Jahre (UNO) sollen unter US-Militärstiefeln zertreten werden.
Die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V., Regionalgruppe Essen, erklärt sich weiterhin solidarisch mit der cubanischen Revolution, mit dem cubanischen Volk und seiner Regierung.
Unsere eingangs genannte Solidarität wird also auch weiterhin »sin condiciónes«, also ohne Bedingungen sein. Hände weg von Cuba - Solidarität mit der cubanischen Revolution! Freundschaftsgesellschaft BRD - Cuba e.V., Regionalgruppe Essen
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