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Öffentlicher Militäraufmarsch am 20. JuliAus dem Datum nichts gelernt?Das Sekretariat des Parteivorstandes der DKP und der Landesvorstand der DKP Berlin erklären: Am 20. Juli 2008 sollen Bundeswehrsoldaten vor dem Bundestag ihr Gelöbnis ablegen. Der 20. Juli ist ein historisches Datum, das Reichstagsgebäude ein historischer Ort. Und das militaristische Spektakel eine Verhöhnung der Menschen, die aus der Geschichte gelernt haben. Dabei hat selbst dieses peinliche Ritual seine eigene, jüngere Geschichte: Bereits 1996 wurde vor dem Charlottenburger Schloss in Berlin ein höchst umstrittenes "öffentliches" Gelöbnis der Bundeswehr durchgeführt. Ein Jahr später wurde das Arial um das Rote Rathaus in Berlin weitläufig abgesperrt. Polizei und Feldjäger agierten gemeinsam, um unerwünschte "Störungen" zu verhindern. Mehrere Tausend Menschen, Autonome, Kommunisten, Jusos und andere, gingen trotzdem auf die Straße und protestierten damals eindrucksvoll gegen das militaristische Spektakel. In den Folgejahren zog sich die Bundeswehr deshalb auf das Gelände des Bendlerblocks, Sitz des Verteidigungsministeriums und der Gedenkstätte für die Widerständler des 20. Juli 1944, zurück. Die Proteste gegen das Gelöbnis gingen auch hier dennoch über viele Jahre weiter. Mit dem Gelöbnis vor dem Bundestagsgebäude wird jetzt erneut der Versuch unternommen, den öffentlichen Raum für militaristische Schauspiele zu missbrauchen. Damit soll ein Anschein von "Normalität" erweckt und von den beängstigenden Realitäten abgelenkt werden.
Das Reichstagsgebäude ist in der deutschen Vergangenheit immer wieder Schauplatz fürchterlicher Ereignisse gewesen. Das Leid von Millionen Kriegsopfern nahm hier seinen Anfang. Im Reichstag wurden am 4. August und 2. Dezember 1914 die Kriegskredite bewilligt. Hier billigte man 1928 die Mittel für den Panzerkreuzerbau und damit die Wideraufrüstung Deutschlands. Durchs Brandenburger Tor ganz in der Nähe zogen einst Kaiser Wilhelms Soldaten, die Henker der Revolution von 1918/19, die Freikorps, und 1933 die SA. 1939 marschierten hier Truppen der faschistischen Wehrmacht in den fürchterlichsten Krieg der Menschheitsgeschichte. Aber die Kriege endeten auch hier: Mit der Novemberrevolution 1918 und im Mai 1945, als sowjetische Soldaten auf dem Reichstag die rote Flagge hissten. Mit dem Gelöbnis vor dem Gebäude des Bundestages soll die Kriegspolitik der Bundesregierung legitimiert werden. Zeigen wir am 20. Juli, dass wir nicht bereit sind, diese Kriegspolitik als "normal" zu akzeptieren.
"Berlin, Stadt des Friedens", diesen Beinamen erhielt die damalige DDR-Hauptstadt im Februar 1979 durch den Weltfriedensrat. Zeigen wir den Militaristen und Kriegstreibern, dass wir diese "Normalität" niemals akzeptieren werden:
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