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Leserbrief

Essen, d. 05.07.10

"Ein Universum - dann leider nur ein Weltbild" von Uwe Stolzmann in: ND, 03./04.07.10

Während im internationalen Teil des "Neues Deutschland" die Beiträge von Leo Burghardt aus Havanna regelmäßig für eine sachliche und solidarische Berichterstattung über Cuba sorgen, feiert der Antikommunismus im Feuilleton immer wieder fröhliche Urständ. So zuletzt in der jüngsten Wochenendausgabe, in der ein Herr Uwe Stolzmann in einem Verriss des neuen Buches von Eduardo Galeano ("Fasst eine Weltgeschichte - Spiegelungen") dem Affen richtig Zucker gibt. Interessantes zur Person des Rezensenten liefert der Programmleiter im Züricher Rotpunktverlag, Andreas Simmen, in der "WOZ" vom 01.10.2009. Simmen klärt auf, dass Stolzmann "eine Art Rezensionsmanufaktur" unterhalte. "(...) er hat einen gewaltigen Ausstoss, weshalb man von ihm nicht erwarten kann, dass er die Bücher auch noch liest (...) Seine Geschäftsphilosophie besteht darin, dass es nicht darauf ankommt, dem Buch gerecht zu werden, sondern dem jeweiligen Abnehmer der Rezension, seinem Kunden (...) So publiziert er seine Kritiken im linken "Neuen Deutschland" (ND) als Benjamin Jakob und dann dasselbe als Uwe Stolzmann in der "Neuen Züricher Zeitung"(NZZ) (...) Als "Antilinker" machte er sich unter anderem einen Namen, als er in der NZZ vor einiger Zeit unter dem Titel "Das Gespenst einer totgeglaubten Ideologie" einen Rundumschlag gegen die lateinamerikanische Linke publizierte - damals weitherum eine Lachnummer der Spezialklasse."

Gemäß dem alten Sprichwort "Was stört es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr kratzt" wäre der ND-Verriss von Gaelanos neuem Werk kaum der Rede wert - wenn Stolzmann seine Suade nicht als Vehikel für üble anticubanische Ausfälle und Geschichtslügen nutzen würde. Galeano macht sich in den Augen des Rezensenten gleich mehrerer Todsünden schuldig, denn "er bewundert Lenin. Und er hält Elogen auf Fidel und Che." Dann kann Stolzmann sein Gift endgültig nicht mehr halten: "Unter Galeanos Händen verwandelt sich Diktator Castro in einen Ritter, "der immer auf Seiten der Verlierer kämpfte". Und Guevara, der Henker von Havanna, erhält gar Züge des Messias: "Je mehr man ihn verfälscht, je mehr man ihn verrät, um so mehr wird er wiedergeboren"." Schließlich lügt Stolzmann auch noch die barbarische US-Blockade, mit der seit 50 Jahren Cuba ausgehungert werden soll, zu einem "Mythos" zurecht: "Galeano kolportiert sogar den alten Kuba-Mythos, die Misere der Zuckerinsel sei "zum großen Teil" durch die Blockade des "Imperiums" verursacht worden. Ja, dies ist ein mythenverliebtes Stück Literatur, eine Art Heilsgeschichte."

Es ist bemerkenswert, dass solche hasserfüllten und geschichtsverfälschenden Beiträge ausgerechnet im ND-Feuilleton eine Heimstatt finden.

Heinz-W. Hammer, Essen

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