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Offener Brief an Außenminister FischerAn den 10117 Berlin Berlin, 19. März 2002 O F F E N E R B R I E F Sehr geehrter Herr Minister, wir wenden uns im Namen zahlreicher Nichtregierungsorganisationen (NRO), Initiativen und Solidaritätsgruppen unseres Landes in einer aktuellen Angelegenheit an sie: Vom 18. März bis 26. April 2002 tagt die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf. Die Europäische Union wird in der Kommission durch Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und Schweden vertreten sein. Es ist zu erwarten, dass der Menschenrechtskommission erneut eine Resolution zur Verurteilung Kubas über angebliche Verletzungen der Menschenrechte zur Abstimmung vorgelegt wird. Möglicherweise wird die Tschechische Republik erneut und damit zum vierten Mal diese Resolution auf Druck und Initiative der USA einreichen. Eine Verurteilung Kubas durch die Menschenrechtskommission der UNO würde ernsthaft die Fortsetzung eines Dialogs zwischen Kuba und der Europäischen Union gefährden. Es liegt auch im Interesse unseres Landes, dass die Bundesrepublik Deutschland den eingeschlagenen Weg einer Normalisierung ihrer Beziehungen zu Kuba fortsetzt. Daher erwarten wir, dass die Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in Genf gegen eine solche Resolution stimmen, sowie ihren Einfluss in dieser Hinsicht geltend machen. In diesem Zusammenhang möchten wir sie auf ein Schreiben aufmerksam machen, welches von OXFAM-Belgien vor kurzem im Auftrag europäischer NRO und Solidaritätsgruppen an den Präsidenten der Europäischen Kommission Herrn Prodi, den Kommissar für Auswärtige Angelegenheiten der Europäischen Kommission Herrn Patten, den Generalsekretär des Rates der EU und Hohen Vertreter für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik Herrn Solana und an die spanische EU-Präsidentschaft übergeben worden ist. Darin heißt es unter anderem: - Am 27. November 2001 fand die 56. UNO-Generalversammlung statt, die fast einstimmig die Blockade seitens der USA gegen Kuba verurteilte, nun schon zum zehnten Mal. - Während der EU-Präsidentschaft Belgiens wurde ein Prozess eingeleitet, der die Aufhebung der Blockierungen in den Beziehungen zwischen der EU und Kuba ermöglicht. Ende August 2001 besuchte der Außenminister Belgiens und damalige Präsident der EU für Außenpolitik, Louis Michel, Havanna. Die Reise verfolgte das Ziel, einen Dialog zwischen der EU und Kuba zu beginnen und Kuba in das Abkommen von Cotonou aufzunehmen. Wir unterstützen die Initiativen der belgischen EU-Präsidentschaft zur Herstellung von Beziehungen zu Kuba und hoffen, dass durch kommende Präsidentschaften die begonnenen Bemühungen fortgesetzt werden. In Italien, Spanien, England, Irland, Deutschland, Österreich, Belgien und Frankreich wurden im Jahr 2001 Unterschriftensammlungen für eine Petition durchgeführt, die eine Normalisierung der Beziehungen zwischen der EU und Kuba forderten. Unabhängig davon, dass die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersönlichkeiten unterschiedliche Auffassungen über Kuba haben, sind sie sich einig in dem Wunsch, dass zwischen Kuba und der EU dauerhafte und transparente Beziehungen entwickelt werden, die von gegenseitiger Achtung geprägt sind. Dieser Wunsch wurde durch mehr als 35.000 Unterschriften bekräftigt. Daran anknüpfend unterbreiten wir nun der spanischen Präsidentschaft und der Europäischen Kommission die folgende Petition:
Sehr geehrter Herr Minister, wir bitten sie, diese Positionen in der Bundesregierung und der EU zu berücksichtigen und zu unterstützen. Natürlich sind wir daran interessiert, ihre Meinung und ihre Schlussfolgerungen dazu zu erfahren. Wir zweifeln nicht daran, dass sie diese unsere Darlegungen berücksichtigen werden und bedanken uns für ihre Aufmerksamkeit. Hochachtungsvoll Frank Schwitalla Vorsitzender |
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