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OPLAN 5030 - Rezeptur für den nächsten Krieg(von Rainer Rupp) Ende Mai 2003 hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Ausarbeitung einer neue Strategie für einen Konflikt mit Nord Korea in Auftrag gegeben: "Operational Plan 5030". Die Existenz von OPLAN 5030 samt einiger Details wurde jetzt in einem Artikel des amerikanischen Nachrichtenmagazins US News and World Report (US-News) enthüllt.[i] Dabei seien Elemente des Plans "derart aggressive, daß sie einen Krieg provozieren könnten", so US-News unter Berufung auf hohe US-Beamte. OPLAN 5030 verleiht z.B. den US-Kommandeuren in der Region die Autorität, gefährliche Manöver zu beginnen, mit dem Ziel, die sehr begrenzten Reserven strategischen wichtiger Ressourcen der Nord Koreaner, wie z.B. Flugbenzin oder Treibstoff für LKW und Panzer, aufzubrauchen. Durch nicht angekündigte, grenznahe US-Manöver soll Nord Korea immer wieder in Alarmzustand gesetzt werden, in der Hoffnung, auf diese Weise wichtige nachrichtendienstliche Erkenntnisse über die Lage der Kommunikationsknotenpunkte, der militärischen Kommandozentralen und deren Zusammenspiel im Ernstfall zu bekommen. "Einige der Sachen, die von Fargo (Admiral Fargo, US-Oberkommandierender für den Pazifik) verlangt werden, sind - wie soll ich das sagen - ziemlich provokant", beurteilt ein US-Regierungsbeamter den Plan in US-News. Für einen regulären Krieg gegen Nord Korea hat das US-Militär selbstverständlich schon lange Kriegspläne in den Schubladen liegen, wie z.B. OPLAN 5026 oder OPLAN 5027. Diese stimmen unterschiedliche Kriegsphasen und deren Erfordernisse in Form von Verschiebungen von großer Mengen an Truppen und Material aufeinander ab und regeln das Zusammenspiel zwischen Marine, Luftwaffe und Heer. OPLAN 5030 unterscheidet sich von diesen Plänen dahin gehend, daß es bei ihm ausschließlich um die Vorbereitung der unmittelbaren Vorkriegsphase handelt. So verwundert es nicht, daß sogar Beamte aus dem Regierungslager gegenüber US-News den Plan als "gefährlich" kritisierten, weil er die Trennlinie zwischen Krieg und Frieden verwische. U.a. sieht OPLAN 5030 vor, mit den US-Spionageflugzeugen RC-135 noch näher als bisher entlang des nordkoreanischen Luftraums zu fliegen, um auf diese Weise Pjöngjang zu zwingen, Abfangjäger loszuschicken und kostbares Kerosin zu verbrennen. Mit überraschenden Militärmanövern sollen US-Kommandeure das nordkoreanische Militär in die Bunker treiben, wo sie die Vorräte an Lebensmittel und anderen Ressourcen aufbrauchen würden. Außerdem beinhaltet OPLAN 5030 eine Reihe von taktischen Operationen zur Unterbrechung des Finanz-Netzes und zur Verbreitung von Desinformationen. Noch ist OPLAN 5030 nicht offiziell abgesegnet. Erst kürzlich hat das Pentagon die Führungsspitzen im Weißen Haus, im Außenministerium und anderen Regierungsorganisationen in Details eingeweiht. Hinter dem Plan stünden die gleichen (neokonservativen) Kräfte, die sich zuvor für einen Regimewechsel im Irak mit Hilfe eines Krieges eingesetzt hatten, urteilt US-News. In der Tat deutet alles darauf hin, daß OPLAN 5030 eine Blaupause für Provokationen ist, um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Falls Nord Korea darauf reagiert, und z.B. eine US-Spionageflugzeug, das in seinen Luftraum eindringt, abschießt, wird es damit den USA den Vorwand und die "Rechtfertigung" zu einem großen Krieg zu liefern. Als kürzlich der stellv. US-Verteidigungsminister Wolfowitz im Rahmen seiner Asien-Tour auch Süd Korea besuchte, hatte der Superfalke dem Norden mit einer "sofortigen und vernichtend effektiven Antwort"[ii], gedroht, falls Nord Korea seine "Aggressionen" fortsetze. Zugleich hat er eine Umstrukturierung der im Süden stationierten US-Streitkräfte befohlen. Aus ihren neuen Positionen heraus sollen sie besser in der Lage sein, einen hoch mobilen Krieges gegen den Norden zu führen. Nord Korea hat daher wiederholt unterstrichen, daß es sich mit Hilfe der Entwicklung von Atomwaffen gegen die Aggressionspläne der USA schützen will. Letzte Woche hätte Nord Korea die Bush-Regierung wissen lassen, daß es ausreichend Plutonium produziert habe, um ein halbes Duzend Atomwaffen herzustellen und daß sie damit schnell beginnen würden, berichtete die New York Times am Montag unter Berufung auf hohe Regierungsbeamte in Washington[iii]. Zugleich ließ der australische Premierminister John Howard, der sowohl in Afghanistan und Irak als auch in Bezug auf Nord Korea eng mit der Bush-Regierung zusammen arbeitet, wissen, daß "Krieg eine Option ist, um der nuklearen Bedrohung durch Nord Korea zu begegnen".[iv] Sbg. den 15.7.03 -------------------------------------------------------------------------------- [i] Upping the ante for Kim Jong Il Pentagon Plan 5030, a new blueprint for facing down North Korea By Bruce B. Auster and Kevin Whitelaw Nation & World 7/21/03 US News and World Report [ii] Wolfowitz stepping up pressure on N.Korea , By Jong-Heon Lee, UPI Correspondent, From the International Desk SEOUL, South Korea, June 2 (UPI), Published 6/2/2003 6:07 AM [iii] North Korea Says It Has Made Fuel for Atom Bombs By DAVID E. SANGER NYT, July 15, 2003 [iv] War possible to halt nuclear threat By Political Reporter SAMANTHA MAIDEN in Canberra The Advertiser, 14 jul 03 |
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