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Lesekreis: Marxismus aus erster HandDER GEDANKE IN DEN WERKEN DER KLASSIKER
Wir wollen zwei zwar kleinere, aber äußerst inhaltsreiche ökonomische Arbeiten von Marx lesen und diskutieren: die 1847 beziehungsweise 1849 entstandene Arbeit "Lohnarbeit und Kapital" und "Lohn, Preis und Profit" aus dem Jahre 1865. Beide sind vor dem "Kapital" entstanden, dessen erster Band 1867 erschien. Man könnte sich fragen, ob es nach dem Erscheinen des "Kapitals" überhaupt noch angebracht ist, diese früheren Arbeiten zu studieren. Das zu tun ist jedoch in vielerlei Hinsicht nützlich. Wer sich gründlicher mit der Geschichte der Arbeiterbewegung des vorigen Jahrhunderts oder mit der Entwicklung des Marxismus befassen will, kann an diesen Arbeiten ohnehin nicht vorübergehen. Ihr Studium ist aber vor allem denen zu empfehlen, die sich aus den verschiedensten Gründen mit den Grundgedanken von Marx über das Wesen der kapitalistischen Ausbeutung und die Lage der Arbeiterklasse im Kapitalismus vertraut machen wollen. Sie stellen von Marx selbst geschriebene kurzgefaßte Einführungen in seine politische Ökonomie dar und führen an das "Kapital", sein theoretisches Haupt- und Lebenswerk, heran. "Lohnarbeit und Kapital" und "Lohn, Preis und Profit" behandeln die gleichen Kernfragen der Anwendung des dialektischen und historischen Materialismus auf die Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft: die Aufdeckung des Klassenantagonismus, die Analyse der Lage der Arbeiterklasse und die Begründung ihrer historischen Mission, den ökonomischen Nachweis der Notwendigkeit des Sturzes des Kapitalismus. Beide Schriften haben das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital zum Inhalt. Aber bei ihrem Vergleich werden Stufen des Marxschen Erkenntnisprozesses sichtbar, die von der kritischen Aneignung der klassischen bürgerlichen Ökonomie bis zu deren Überwindung und der Ausarbeitung der politischen Ökonomie der Arbeiterklasse reichen. Zwischen der ersten und der zweiten Schrift liegen schließlich 18 Jahre angespannter theoretischer Studien. Beide Arbeiten sind im politischen Kampf entstanden. In ihren ursprünglichen Fassungen waren sie zunächst Vorträge, die Marx vor Arbeitern gehalten hatte, um ihnen tiefere Einsichten in ihre Lage zu vermitteln, falsche Vorstellungen zu zerstören, Vorurteile zu überwinden und ihnen den Weg zu ihrer Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung zu weisen. Sie sind Zeugnisse dafür, wie Marx Theorie und Praxis verband und es verstand, die von ihm entwickelte Theorie als Waffe zu gebrauchen. Wer Interesse am Lesekreis zu "Lohnarbeit und Kapital" und "Lohn, Preis und Profit" hat, aber die beiden Texte nicht hat, kann sie zusammen in einem Buch kaufen. Vorschlag: "Lohnarbeit und Kapital und "Lohn, Preis und Profit" von Karl Marx, Das Buch kann gemeinsam durch uns bestellt werden, bitte Mitteilung per E-Mail oder per Tel. 06155-64998. Kontaktadresse, Datum und Ort der Leseabende auf der vorigen Seite. |
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