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Argentinien

Gewerkschaft ruft zum Generalstreik auf

Auch nach dem Rücktritt von Präsident Fernando de la Rúa gehen die Krawalle weiter. Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 25 gestiegen. Nach tagelangen Ausschreitungen und Massenprotesten gegen die Regierung ist der argentinische Präsident Fernando de la Rúa zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen aus den Krawallen, bei denen mindestens 25 Menschen ums Leben kamen und rund 400 verletzt wurden. Polizisten verhafteten mehrere tausend Plünderer.

Auch nach dem Rücktritt De la Rúas ist es in mehreren Städten zu Plünderungen gekommen. Zudem steht das südamerikanische Land unter dem Eindruck eines Generalstreiks, der von einem der drei größeren Gewerkschaftsverbände ausgerufen worden ist. Zunächst war unklar, inwieweit der Ausstand befolgt wurde.

Senatspräsident Ramón Puerta übernahm unterdessen das Präsidentenamt. Er stellte klar, dass er die Amtsgeschäfte De la Rúas nur so lange führen werde, bis die Nachfolgefrage endgültig geklärt ist.

Höchstens 48 Stunden werde er kommissarisch im Amt sein, sagte Puerta, der den oppositionellen Peronisten angehört.

In dieser Zeit muss das Parlament, das noch am heutigen Freitag zusammenkommen will, einen Übergangspräsidenten bestimmen. Für das Amt ist Puerta selbst im Gespräch.

Protest richtet sich gegen Sparkurs

Die Massenproteste in Argentinien richteten sich gegen den Sparkurs der Regierung. Das Rücktrittsgesuch De la Rúas muss noch vom Parlament formell angenommen werden. Der argentinische Präsident Fernando de la Rúa flüchtete mit einem Hubschrauber. (AP )

De la Rúa hatte den Präsidentenpalast per Hubschrauber verlassen und sich in seine Residenz in einem Vorort fliegen lassen. Viele tausend Demonstranten auf den Straßen Argentiniens jubelten, als sie vom Rücktritt des Präsidenten erfuhren.

Dieser hatte am Mittwochabend den Ausnahmezustand verhängt und so versucht, die Proteste einzudämmen. Es gelang ihm nicht. Sein Wirtschaftsminister Domingo Cavallo trat am Donnerstag zurück. Ihn machten die Demonstranten maßgeblich für den Sparkurs verantwortlich.

Der Politiker hatte versucht, mit einem Sparhaushalt die Krise zu überwinden und damit vor allem einen eingefrorenen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) frei bekommen. Argentinien befindet sich mittlerweile seit vier Jahren in der Rezession.

(sueddeutsche.de/AP/dpa)

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