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Unterstützt die Kolleginnen und Kollegen von ENKA - Kelsterbach
 

Seit August vorigen Jahres wird bei ENKA-Kelsterbach nicht mehr produziert. Fast 100 Jahre lang wurden dort Kunstfasern hergestellt. Zuletzt waren dort rund 860 Frauen und Männer beschäftigt.
 
Dann wurden im August 1999 300 Arbeitsplätze über Sozialplan abgebaut mit der in solchen Fällen üblichen Begründung, dass damit die übrigen Arbeitsplätze gerettet werden würden. Und wie üblich entpuppte sich dies als Unwahrheit: Nach Abschluss des Sozialplans wurde die Produktion nicht wieder aufgenommen. Die Acordis-Konzernzentrale in Wuppertal, der ENKA untersteht, teilte mit, dass die Produktion endgültig eingestellt und das Werk Kelsterbach geschlossen werden soll. Damit fallen auch die restlichen rund 560 Arbeitsplätze ersatzlos weg.
 
Ein besonderer Fall
 
Gäbe es nur diese Nachricht, so handelte es sich um eine der vielen "sozialen Tragödien", über die hierzulande die Presse fast Tag für Tag berichtet. Aber im Falle ENKA-Kelsterbach liegen die Dinge ein wenig anders. Gleich nach der Ankündigung der Stilllegung besetzten die Arbeitnehmer die Werkstore und verhinderten Abbau und Abtransport von Betriebsinventar und Lagerbeständen. Und nachdem nun Acordis-Vorstand und -Aufsichtsrat im Januar 2000 das Aus für ENKA förmlich beschlossen haben, unternehmen Kolleginnen und Kollegen von ENKA alle Anstrengungen, um die Verhandlungen um einen Sozialplan in ihrem Sinne zu beinflussen: Rund um die Uhr unterhalten sie vor dem Haupttor des Kelsterbacher Unternehmens eine Mahnwache und ein Solidaritätskomitee organisiert Öffentlichkeitsarbeit.
 
Der Kampf ist noch nicht zu Ende
 
Für die ENKA-Belegschaft steht immer noch Wichtiges auf dem Spiel. In Kelsterbach hat ENKA ca. 800 Werkswohnungen und Belegungsrechte, d. h. für Viele ist mit der Werksschließung auch die Wohnung in Gefahr. Ferner sind viele Kolleginnen und Kollegen lange Jahre bei ENKA beschäftigt gewesen und sind jetzt in einem Alter, wo sie noch nicht in Rente gehen können, auf dem Arbeitsmarkt gleichwohl nur geringe Chancen haben. Für sie ist die Höhe der Abfindung von besonders großer Bedeutung.
 
Wir können etwas tun
 
Der Sozialplan der Firmenleitung sieht Zahlungen von 1 500 DM pro Jahr der Betriebszugehörigkeit vor. Das ist ein Hohn! Die ENKA-Kolleginnen und -Kollegen kämpfen nun für einen besseren Sozialplan, der von Betriebsrat und IG BCE in die Verhandlungen eingebracht wurde. Es geht nun darum, einen faulen Kompromiss zu Lasten der Belegschaft zu verhindern.
 
Wir müssen diesen Kolleginnen und Kollegen helfen, indem wir ihnen in Darmstadt eine möglichst große Resonanz verschaffen und indem wir ihnen zeigen, dass wir ihre Bemühungen nach besten Kräften unterstützen. Wir laden daher ein zu einer
 
Solidaritätsveranstaltung
mit Kolleginnen und Kollegen von
ENKA-Kelsterbach
 
Am Donnerstag, den 24. Februar 2000, um 19:00 Uhr, im Kongresszentrum Luisenplatz, Luisenplatz 5, III. OG., Raum Plock.
 
Veranstalter: Mai-Bündnis, Darmstadt
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