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Der nationalsozialistische Völkermord
an den Sinti und Roma

Eine Fahrt zum Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg

Termin: Samstag 19. Juni 1999 09.00 - 15.00 Uhr

Veranstalter: Vereinigung d. Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten Kreisvereinigung Darmstadt-Dieburg

Anmeldung bitte schriftlich oder telefonisch an:

Monika Kanzler-Sackreuther, Alter Wixhäuser Weg 69, 64291 DA, Tel: 06151/372881
Christoph Jetter, Liebfrauenstr. 90, 64289 DA, Tel: 06151/719653


Sinti und Roma

600 Jahre in Deutschland

Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma im deutschen Sprachraum wie auch in anderen Teilen Europas als Bürger dieser Länder. Im Gegensatz zu den propagandistischen Klischees der Nationalsozialisten waren Sinti und Roma in Deutschland bis zur sogenannten "Machtergreifung" als deutsche Staatsbürger ebenso integriert wie die Juden. Sie lebten als Arbeiter, Angestellte, Beamte, Handwerker, Künstler oder Inhaber von Geschäften oftmals seit Generationen in ihren Heimatorten. Viele von ihnen hatten im 1. Weltkrieg als überzeugte Patrioten für Deutsch land gekämpft und waren - ebenso wie die deutschen Juden - mit hohen Auszeichnungen versehen worden, Die mit dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft einsetzende Aussonderung und Entrechtung beendete dieses bis dahin selbstverständliche Leben von Sinti und Roma als deutsche Bürger. Nachdem Himmler bereits im Dezember 1938 die "endgültige Lösung" der sogenannten "Zigeunerfrage" angekündigt hatte, rollten im Frühjahr 1943 die Deportationszüge mit Sinti und Roma aus 11 europäischen Ländern in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau: der als "Zigeunerlager" eigens abgetrennte Lagerabschnitt wurde zum Mittelpunkt einer mörderischen Ausrottungspolitik, welche die vollständige Vernichtung der Volksgruppe zum Ziel hatte. Über 500000 Sinti und Roma fielen im nationalsozialistisch besetzten Europa dem Holocaust zum Opfer. Aufgrund ihrer bloßen biologischen Existenz wurden Sinti und Roma - alte Menschen ebenso wie Kleinkinder - zu Opfern eines Völkermordverbrechens, das in der Geschichte einmalig ist und in seinem Ausmaß unvorstellbar bleiben wird. Der historische Bruch des Holocaust hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Sinti und Roma eingegraben und wird die Identität und das Bewußtsein auch künftiger Generationen prägen.

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