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Karl Kraus

Die letzten Tage der Menschheit

Freitag, den 16. November 2001, 20 Uhr, Wiener Hof, Langener Str. 23 in Offenbach/Bieber

Lesung mit Erich Schaffner

Karl Kraus wurde am 28. April 1874 in Gitschni in Böhmen geboren. Er studierte Jus, Philosophie und Germanistik und trat nach seinen dramatischen Versuchen mit Vorträgen an die Öffentlichkeit und wurde Journalist. Im Zusammenhang mit seiner gegen Theodor Herzl und den Zionismus gerichteten Schrift "Eine Krone gegen Zion" (1898) trat Kraus aus der jüdischen Kultusgemeinde aus (war jedoch kein Antisemit). Später wurde er vorübergehend Katholik.

Die von ihm herausgegebene und seit 1912 von ihm allein geschriebene Zeitschrift "DIE FACKEL" (1899 - 1936) machte ihn als strengen Kulturkritiker, satirischen Polemiker und Pazifisten berühmt und gefürchtet. Kraus beherrschte jede literarische Ausdrucksweise, erreichte aber vor allem im Essay und Aphorismus Vollendung in Sprache und Stil.

Aus der Deformation der Sprache schloß Kraus auf die Deformation des Weltzustands; er wandte sich gegen die herrschende Moral, gegen die sensationslüsterne Presse, kritisierte die bürgerliche Kultur und den kapitalistisch-liberalen Fortschritt. Er prophezeite den Weltuntergang, weil er den Zerfall der Kultur sah.

Mit dem Sieg des Nationalsozialismus bekannte Kraus in seinem "Gedicht" (1933) die Ohnmacht der Sprache gegenüber der Bestialität: "Das Wort entschlief, als jene Welt erwacht ist." Von da an widmete er sich dem Theater, bearbeitete Offenbach und Shakespeare und interpretierte sie. Dem Theater blieb er bis an sein Lebensende am 12. Juni 1936 treu. Sein Werk "Die letzten Tage der Menschheit" schrieb Kraus im Jahr 1918.

DAS STÜCK

Den bleibenden Erfolg errang Karl Kraus mit dem Monsterdrama "DIE LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT" (1918), ein 220 Szenen umfassendes Bilderbuch des Ersten Weltkriegs, beginnend mit dem Mord in Sarajewo, endend mit dem Zusammenbruch Österreichs. Krieg und Heimat, "bessere" Gesellschaft und Pöbel, Heerführer und Gestalten der Literatur, Regierungsmitglieder und Künstler, der Nörgler und der Optimist verkörpern die immer schrecklicher werdende Lage. Aus jener Szene spricht des Autors Haß gegen den Krieg, der zum Untergang der Menschheit führen wird, weil sie nie daraus lernt.

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