![]() |
|
"Echo"-Mitarbeiter brauchen SolidaritätNeues Druckzentrum ohne Tarifbindung?Die Druckstandorte des "Darmstädter Echo" und der "Allgemeinen Zeitung Mainz" sollen im Juni 2010 geschlossen werden. Damit sind rund 450 Beschäftigte aus Druckerei, Weiterverarbeitung und Betriebsinstandhaltung von Verlust des Arbeitsplatzes betroffen. Gemeinsam mit der Verlagsgruppe Rhein Main (VRM) wollen die Verleger und Geschäftsführer des "Darmstädter Echo" (Medienhaus Südhessen), Hans-Peter Bach und Horst Bach, seit 1.1.2008 im Ruhestand, im Rüsselsheimer Gewerbegebiet "Blauer See" ein neues Druckzentrum bauen. Die Maschinen für Druckerei und Weiterverarbeitung sind bereits bestellt - rund 100 Millionen Euro sollen seitens Medienhaus Südhessen investiert werden. Beide Zeitungsverlage werden ihre Druckhäuser in Darmstadt und Mainz-Mombach schließen. Rund 150 Darmstädter und 300 Mainzer Drucker, Aushilfen, Helfer und Mitarbeiter der Betriebsinstandhaltung und Weiterverarbeitung (alle in der Echo Druck und Service GmbH beschäftigt) werden ihren Arbeitsplatz verlieren, werden gekündigt, und haben die Möglichkeit sich um einen Arbeitsplatz im neuen Druckzentrum bewerben zu dürfen (auch bereits eingesetzte Leiharbeitnehmer). Außerdem ist zu vermuten, dass auch ein wesentlicher Anteil an Leiharbeitnehmern im neuen Druckzentrum eingesetzt werden soll. Die meisten der Betroffenen sind über 40 Jahre alt. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für eine Hilfskraft oder eine Fachkraft in diesem Alter tendieren gegen Null. Im Dezember 2008 war zu hören, dass insgesamt noch etwa 200 Beschäftigte in Rüsselsheim gebraucht werden sollen. Durch die höhere Automatisierung im Rotations- und Weiterverarbeitungsbereich befürchten Betriebsräte, dass noch weniger Fachkräfte eingesetzt werden und die Zahl der Helfer fast auf Null zurückgefahren wird. Für die Zukunft der restlichen Abteilungen in der Echo Druck und Service GmbH, so wurde noch im Dezember 2008 seitens technischer Leitung und Personalleitung kommuniziert, überlege man eine Übernahme in eine bereits bestehende GmbH oder die Neugründung einer GmbH. Im März 2009 kamen Gerüchte auf, wonach weitere technische Bereiche geschlossen werden sollen. Dies wurde jedoch von Verleger Dr. Hans-Peter Bach dementiert. " ... man überlege noch!" Jetzt, acht Wochen später, wurde dem Betriebsrat erklärt, dass man diese technischen Bereiche (es soll durch Fremdvergabe günstiger produziert werden) und die restlichen Abteilungen Druckereibüro, Warenannahme, Materiallager und Fuhrpark auch schließen will. Betriebsrat und gewerkschaftliche Vertrauensleute fordern die Tarifbindung im neuen Druckzentrum! Beide Verlage wollen sich der Tarifbindung, dem Tarifvertrag der Druckindustrie, entledigen! Im Klartext heißt das: Gehaltsstruktur, Arbeitszeit, Schichtzuschläge, Urlaubstage und Maschinenbesetzungsregeln und andere tariflich gebundene Rechte sollen künftig nach "Gutsherrenart" durch die Geschäftsführung bestimmt werden. Die Tarifautonomie ist ein hohes Gut, das über Jahre erkämpft werden musste. Unternehmen, die sich von der Tarifbindung verabschieden, wollen das Rad rückwärts drehen ins letzte Jahrhundert. Gewerkschaften und ihre erkämpften Tarifverträge gehören zu den demokratisch gewachsenen Strukturen, untrennbar zu den Stützpfeilern, zum sozialen Gleichgewicht unserer Republik, die es gilt beizubehalten und nicht über Bord zu werfen. Verhandlungen zu Interessenausgleich, Sozialplan und Sozialtarifvertrag Die Betriebsräte beider Firmen führen mit ihren Anwälten und ver.di-Sekretären getrennte Verhandlungen mit den jeweiligen Geschäftsführungen über Interessenausgleich und Sozialplan. Die Gewerkschaft ver.di wird parallel dazu einen Sozialtarifvertrag anstreben. Am 26. Mai 2009 hat sich im Darmstädter DGB-Haus ein Solidaritätskomitee gegründet. In Planung sind öffentlichkeitswirksame Aktionen und Informationsveranstaltungen. Ziel ist es auch den Verleger Peter Bach, pikanterweise der derzeitige IHK-Präsident, öffentlich mit seiner unsozialen Politik zu konfrontieren. Die DKP wird die Beschäftigten des "Echo" in ihrem berechtigten Kampf unterstützen. Nähere Infos zu Aktionen und weitere Infos beim Kreisvorstand. |
|
|
Home Veranstaltungen Newsletter DKP Online Infobrief IDDD das rote blatt Fraktion DIE LINKE. Programm & Diskussion Weitere Artikel: · Demokratie & Antifa · Krieg & Frieden · Arbeit & Soziales · Jugend & Bildung · Frauen · Umwelt · Geschichte · Chemie-Werker Merck · Kranichstein · Unser Weg Kontakt/Service: · EMail an uns · Datensicherheit · Ausgang, Links
(rss@dkp.de) |