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Offener BriefMit ärgerlichen GrüßenDer Aufsichtsrat der Heag Südhessische Energie AG (HSE), an der die Stadt Darmstadt zu 52,98 Prozent beteiligt ist, hatte am 29. September 2009 bei einer Enthaltung beschlossen, den Vertrag des damals 43 Jahre alten Vorstandsmitglieds Holger Mayer bis zum 31. März 2015 zu verlängern. Dabei wurde auch eine Klausel vereinbart, nach der der Manager bei einem Ausscheiden zunächst einen Anspruch auf 60 Prozent des "ruhestandsfähigen Einkommens" hat. Dieser Prozentsatz erhöht sich um zwei Prozent jährlich. Würde Mayers Vertrag am 31. März 2015 nicht mehr verlängert oder der Vorstandsposten anderweitig besetzt, hätte der dann Neunundvierzigjährige Anspruch auf 70 Prozent des Jahresgrundgehaltes, das bei 249.000 Euro liegen soll. Wir dokumentieren nachfolgend den offenen Brief des DGB Ortsverbandes Erbach-Michelstadt-Mossautal an die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der HSE. Liebe Kollegen, wir haben im Vorstand unseres Ortsverbandes die Meldungen und Meinungen über die aktuellen HSE - Nachrichten diskutiert. Wir können die Ruhestandsregelungen, die jetzt aktuell am Beispiel des Vorstands Holger Meyer bekannt geworden sind, nicht akzeptieren. In einer Zeit, - in der viele Kollegen arbeitslos geworden sind, - in der sie mit befristeten Verträgen oder Minijobs versuchen sich über Wasser zu halten, - in der sie gezwungen sind, ALG II zu beantragen, um eine Grundsicherung trotz Vollarbeitsstelle zu erhalten, in solch einer Zeit können Gewerkschaftskollegen, die als Arbeitsnehmervertreter in diesem Aufsichtsrat sitzen, nicht erneut einer solchen Regelung zustimmen Unwichtig ist es, ob man vermute, Herr Meyer werde schon nicht mit 49 Jahren in Rente gehen. Wichtig ist es, dass in dieser Zeit versucht wird, den Lohnabhängigen eine Rentenregelung aufzuzwingen, die sie zwingt erst mit 67 Jahren in Rente gehen zu können. Liebe Kollegen, ihr wisst, dass die Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung es nicht schafft die notwendigen Beitragsjahre für eine vollständige Rentenzahlung zusammenzubekommen. Durch Eure Zustimmung zu dieser Regelung, die jetzt zufällig bekannt wurde, fallt Ihr unseren Bemühungen um eine menschliche Rentenberechnung in den Rücken. Wenn Ihr von einer "Anpassung" redet, heißt das, für die anderen Vorstandsmitglieder wurden seit 2002 dieselben Regelungen durchgesetzt; wir müssen davon ausgehen, dass Ihr auch diesen Regelungen im Aufsichtsrat zugestimmt habt. Eine Dienstleistungsfirma, die im überwiegend öffentlichen Eigentum steht, muss sich auch an diese öffentlichen Interessen, an die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten. Wir erwarten von Euch, liebe Kollegen, dass Ihr in Zukunft unseren Kampf gegen die "Rente mit 67" unterstützt und nicht die Gewinnabsichten irgendwelcher Vorständler. Bitte übermittelt diesen Offenen Brief an die übrigen Gewerkschaftskollegen im Aufsichtsrat der HSE. Mit ärgerlichen Grüßen Peter-Jochen Bosse, Sprecher des Vorstandes |
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