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Am 9. Januar 2010 verstarb im Alter von 88 Jahren nach langer schwerer Erkrankung unser Genosse Wilhelm Ruppert

Wir verlieren mit Willi Ruppert einen der bekanntesten Kommunisten Hessens.

Willi Ruppert wurde am 26. April 1921 in Ueberau, heute ein Stadtteil von Reinheim, in einer Arbeiterfamilie als ältestes von sieben Geschwistern geboren. Er erlernte nach acht Jahren Volksschule den Beruf eines Schreiners. Nach der Rückkehr aus dem Krieg trat er 1945 in die KPD ein. Er entwickelte sich in Theorie und Praxis zu einer Persönlichkeit, die ihn befähigte, verantwortungsvolle Funktionen in der Kommunistischen Partei erfolgreich wahrzunehmen.

Willi Ruppert arbeitete mit bekannten hessischen Kommunisten wie Oskar Müller, Willi Mohn oder Otto Weispfennig zusammen. Sein Kampf gegen die Adenauersche Remilitarisierungspolitik führte zur fristlosen Entlassung aus einem Darmstädter Konzernbetrieb. Seine konsequente politische Arbeit während der Zeit des widerrechtlichen Verbots der KPD nach 1956 führte zu seiner Verhaftung und einem politischen Prozess in Bayern. Er wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

An der Konstituierung der DKP 1968 war Willi Ruppert als Landessprecher in Hessen beteiligt. Er konnte Alternativen und Perspektiven aufzeigen und nahm bewusst "die Mühen der Ebene" auf sich. Dort wo Willi aktiv tätig war, saß die Unzufriedenheit mit den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen und der Wille, diese zu ändern, mit am Tisch.

In seiner Heimatstadt Reinheim war Willi Ruppert jahrzehntelang der bekannteste kommunistische Kommunalpolitiker. Er übernahm als gewählter Stadtverordneter, Fraktionsvorsitzender und Magistratsmitglied, als Interessenvertreter der "Kleinen Leute", Verantwortung. Seit Jahrzehnten erscheint die Zeitung der DKP Reinheim UNSER WEG und unter der Verantwortlichkeit von Willi Ruppert erschien das Buch UEBERAU - Das rote Dorf, Ueberau ist das Odenwälder Dorf, das bereits vor 1933 als Kommunistische Hochburg bezeichnet wird und in dem die Kommunistische Partei nach 1945 bei Kommunalwahlen absolute Mehrheiten und sieben von 12 Gemeindevertretern stellte. Willi Ruppert stand auch im Abwehrkampf, als im Oktober 1960 etwa 40 Polizisten das Ueberauer Rathaus besetzten und im Auftrag des hessischen SPD-Innenministers den Bürgermeister und die zwei Beigeordneten absetzten. Seit zwei Jahrzehnten kämpfte Willi Ruppert mit seiner Krankheit.

Die Deutsche Kommunistische Partei hat einen großen Kämpfer, einen hervorragenden Kommunisten verloren, Sie wird seinen Weg fortsetzen.

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