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Kranichstein und sein schlechter RufAuch wenn es nicht gerne gehört wird: Kranichstein dürfte mit seiner Arbeitslosenquote innerhalb Darmstadts eine Spitzenstellung einnehmen. Leider ist man hier auf Spekulationen angewiesen, denn es gibt keine auf die Stadtteile bezogenen Zahlen. Warum dies so ist, liegt sehr wahrscheinlich an der Diskussion über die Ausweisung sogenannter "sozialer Brennpunkte". Würde man solche Brennpunkte ausweisen, müßte insbesondere die Stadt etwas tun und dies kostet bekanntlich Geld. Und das möchten die Verantwortlichen natürlich allzu gerne sparen. Der Anteil der Menschen, die in Kranichstein Sozialhilfe beziehen, liegt 50 % höher als der Durchschnitt der Stadt Darmstadt. Laut Darmstädter Armutsbericht ist der häufigste Grund für den Bezug von Sozialhilfe der Wegfall des Arbeitsplatzes. Geht man von diesen Fakten aus, kommt man zur oben beschriebenen Schlußfolgerung. In jüngster Zeit haben sich mehr oder weniger prominente Kranichsteiner zum Thema sozialer Brennpunkt geäußert, immer um den guten "Ruf" unseres Stadtteiles besorgt, indem der Gedanke "sozialer Brennpunkt" in Verbindung mit Kranichstein immer weit weg geschoben wurde. Es kann sicher nicht darum gehen unseren Stadtteil "mies" zu machen und vorhandene Wohnqualität zu negieren. Es darf aber auch nicht angehen, vor vorhandenen Problemen die Augen zu verschließen. Welch großartigen Ruf könnte Kranichstein genießen, wenn die Probleme endlich beim Namen genannt und Maßnahmen ergriffen würden. Ich meine, dies wären gerade den hier lebenden Arbeitslosen schuldig. Rainer Keil DKP Darmstadt |
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