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Rambouillet-Show oder wie man Kriege macht

"Friedensverhandlungen" zur Schaffung eines Kriegsvorwands

Haben nicht alle diplomatischen Bemühungen um einen Frieden versagt, war es nicht Slobodan Milosevic, der einen Frieden ablehnte, der also schuld am Krieg ist, zu dem er die arme NATO geradezu "nötigte"? (Frankfurter Rundschau, 24.03.1999)

Auch hier haben die NATO und die Medien ganze Arbeit bei der Tatsachenverdrehung geleistet: Am Anfang der "Verhandlungen" standen bekanntlich die zehn sogenannten "unverhandelbaren Prinzipien", die die Internationale Kontaktgruppe den Delegationen als Grundlage einer Übereinkunft vorgelegt hatte.

Wissen Sie noch, wer sie unterschrieben hat? Genau, die jugoslawische Delegation hat am 11.02.1999 unterschrieben, die albanische weigerte sich.

Wissen Sie noch, wie der "Westen" darauf reagiert hat? Der britische Außenminister Cook bezeichnete die Haltung der Jugoslawen, nicht die der Albaner, als "kontraproduktiv"!

Das verstehen Sie nicht? Ganz einfach: In dem 10 Punkte-Plan der Kontaktgruppe, in der auch Rußland sitzt, wurde die "Unverletzlichkeit der Souveränität und territorialen Integrität Jugoslawiens" festgeschrieben. Davon hatten sich die USA und ihre Verbündeten längst "innerlich" verabschiedet.

Erinnern Sie sich noch an die Meldung, erst Madeleine Albright sei es mit ihrem Besuch am 14.02.1999 in Rambouillet gelungen, die Verhandlungsdelegationen an einen Tisch zu bringen?

Das stimmt, aber nur für 20 Minuten Fernsehshow. Die jugoslawische Delegation hatte seit Beginn der Konferenz geklagt, daß ein Zusammentreffen der Delegationen systematisch verweigert worden war - durch die internationalen Vermittler! Bis zum bitteren Ende in Paris gab es wegen albanischer Weigerung keine direkten Gespräche!

Als Erfolg rechnete sich Frau Albright am 14.02.1999 an, daß die Albaner den 10-Punkte-Plan als "fair" akzeptiert hätten - von einer Unterschrift war nicht die Rede. Zugleich drohte die faire Frau den Serben mit Luftangriffen, wenn sie für ein Scheitern der Verhandlungen verantwortlich seien!

Dieser Wunschtraum erfüllte sich nicht sofort, da auch die Albaner den während der Konferenz entstandene Plan nicht unterschrieben, also wurde die Konferenz auf Mitte März vertagt. Wie fair man mit den Kontrahenten umging, zeigte die Drohung: Falls Jugoslawien am Scheitern schuld ist, wird es bombardiert, sind die Albaner schuld, wird der Terrororganisation UCK "die Unterstützung! entzogen".

Der Inhalt der Verhandlungen wurde ebenfalls verschleiert. Frau Albright rückte die Frage der sogenannten Friedenstruppe, im Klartext die Errichtung eines NATO-Protektorats auf dem Territorium eines souveränen Staates, in den Mittelpunkt, um sich und den separatistischen Terroristen einen Herzenswunsch zu erfüllen. Obwohl die Forderung von Rußland definitiv zurückgewiesen wird, sie nicht Position der Kontaktgruppe und nicht in ihrem Plan vorgesehen war, und damit dem Verhandlungsrahmen widersprach, der den Delegationen vorgegeben worden ist!

Am Ende der Verhandlungen in Paris stand ein Dokument, das nie zuvor verhandelt worden war, den Prinzipien der Kontaktgruppe widersprach, dafür aber in albanischen Zeitungen veröffentlicht worden war - vor Verhandlungsbeginn! Dieses Papier, ausgeheckt zwischen USA und UCK, unterschrieb natürlich die albanische Delegation sowie die Vermittler Hill (USA) und Petritsch (EU). Selbstverständlich unterschrieb die jugoslawische Delegation nicht, aber ebensowenig der russische Vermittler Majorski.

Danach wurde Jugoslawien für das Scheitern verantwortlich gemacht, wegen der Ablehnung eines "internationalen Friedensplans", den es gar nicht (mehr) gab. Nach dieser "Logik" hätte die NATO auch Rußland mit Bomben drohen müssen, da es ja ebenfalls nicht unterschrieben hat!

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