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Förderprogramm "Die soziale Stadt"Chancen für den Stadtteil?Nachdem die Stadt Darmstadt im März 2001 einen Antrag auf Aufnahme Kranichsteins in das Programm "Förderung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt" gestellt hat, wurde dieser im Dezember vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Entwicklung bewilligt. Es wurden Fördermittel in Höhe von 609.000 DM in Aussicht gestellt, die Stadt Darmstadt muss noch zusätzlich 391.000 DM aus städtischen Mitteln einbringen, so dass rund eine Million DM zur Verfügung steht. In erster Linie will die Stadt das Geld für die Errichtung eines Jugendcafés verwenden. Eine Bedingung für die Gewährung dieser Gelder ist die Einrichtung eines so genannten "Stadteilmanagments". Dieses Stadtteilmanagment soll auf die vorhanden Strukturen in Kranichstein aufsetzten, ein "Entwicklungsnetzwerk" einrichten und "investive Maßnahmen" vorbereiten. Übernehmen soll diese Aufgabe das Architekturbüro Freischlad + Holz. Damit sollen "Synergieeffekte für den Stadtteil Kranichstein" nutzbar gemacht werden. Wie unschwer zu erkennen ist liegt der Hauptansatz dieser Förderung im städtebaulichen Bereich. Nicht umsonst wurde eine Architekturbüro mit der Aufgabe eines "Stadtteilmanagments" beauftragt. So notwendig ein Jugendcafé auch sein mag, es ist eben nur ein Teil des Problems. Die bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Kranichsteiner Jugendhäuser ist nach wie vor noch in weiter Ferne. Im Gegenteil, die Stadt versucht sich aus der Verantwortung zu stehlen indem sie die Trägerschaft des Jugendzentrums "Der Stall" an Dritte vergibt. Grund sei die Schwierigkeit solcher Maßnahmen zu finanzieren. Anscheinend zieht man bei der Stadt Darmstadt eine dubiose Trägerschaft mit ABM-Stellen einem städtischen Jugendzentrum mit tariflich bezahlten Kräften vor. Nach wie vor fehlen in Kranichstein geeignete Plätze im Freien, an denen sich Jugendliche treffen können. Dort wo sich ein solcher Platz anbietet werden Jugendliche schnell verjagt. Mit städtischer Hilfe geschehen bei der Umgestaltung der Wendelstadt-Anlage. Kosten: 17.000 DM. Angedacht waren Maßnahmen in Höhe von 107.000 DM. Im Dezember(!!) meldete die Stadt Vollzug. Völlig unerwartet seien die "lärmenden, fussballspielenden Jugendlichen auf umliegende Bolzplätze ausgewichen. Durch diesen unvorhersehbaren Erfolg konnte auf weiter Maßnahmen verzichtet werden." Warten wir den nächsten Sommer ab. Ziel einer vernünftigen Stadtentwicklung muss es sein in allen Stadtteilen gleichwertige Lebensbedingungen und Chancengleichheit herzustellen. Ob dies mit schönen neuen "Stadteilmanagern" gelingt bleibt mehr als fraglich. Wer wird sich beteiligen? Sind es wie üblicherweise die Gewerbetreibenden und Geldmacher, die Honoratioren und Gutmenschen, die Ämter und Politik? Wird wieder einmal Demokratie vor Ort "simuliert" - wer nicht mitmacht hat selber schuld? Welches Bewusstsein schafft man mit diesen netten Einrichtungen? Es wird auf jeden Fall ein Bewusstsein sein, dass davon abhält die Fragen der Verantwortung der Politik, der Verwaltung, des gesellschaftlichen Prinzips überhaupt zu stellen. Oder gar Opposition zu entwickeln. Das Förderprogramm "Die soziale Stadt" bietet Chancen. Ein Jugendcafé ist längst überfällig, wobei noch völlig offen ist welche Schicht Jugendlicher sich später dort einen Cappuccino leisten kann. Eine Chance ist dieses Programm nur dann wenn die Betroffenen im Stadtteil, seien es die Mieterinnen und Mieter, Jugendliche, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger ihre Forderungen öffentlich formulieren, Druck machen. Und jene an ihre Verantwortung erinnern, die sie zu Wahlzeiten wie eine Monstranz vor sich hertragen um weitere Jahre gewählt zu werden. R.K. |
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